Sonntag, 8. Dezember 2013

Kurzfilm: Seven Years of Winter

Seven Years of Winter



Deutschland, 2011
Genre: Drama (Kurzfilm)
Regisseur: Marcus Schwenzel
Darsteller: Sasha Savenkov, Hannes Jaenicke

Der Film spielt vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und handelt von einem etwa zehnjährigen Jungen namens Andrej, der in die Todeszone der Stadt Prypjat geschickt wird, um dort Pässe und Dokumente ehemaliger Bewohner einzusammeln. Er wird von einem Hehler namens Artjom betreut, der ihn vor einiger Zeit auf der Straße gefunden hat und sich nun um ihn kümmert. Andrej ist Waise, der nicht ungerne in die Geisterstadt geht, denn das Alleinsein stimuliert sein emotionales Wohlbefinden. An diesem Ort fürchtet sich Andrej vor nichts und niemandem, hier ist er stark und jemand Besonderes. Ihm gefallen die Stille sowie die stillgelegten Plätze. Allerdings weiß er nicht, dass jeder Aufenthalt an diesem ihm so imponierenden Ort auch eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands bedeutet. Der Bande, für die er als sogenannter Schwarzbudler arbeitet, sieht ihn nur als Werkzeug, das benutzt wird, um Knete zu machen, schließlich werden die Fundstücke von der kriminellen Gruppe für viel Geld auf dem Markt verkauft. Regisseur Schwenzel drehte einen famosen Kurzfilm, der in bestechenden Bildern eine kleine Tragödie zeigt, die wohl nach keiner konkreten realen Begebenheit nachgestaltet wurde, aber Vorkommnisse erzählt, welche sich Jahre nach der Katastrophe so ähnlich tatsächlich abspielten. SEVEN YEARS OF WINTER thematisiert den langsamen Zerfall des Jungenkörpers genau wie die Unkenntnis des Kindes, dessen Naivität und dessen kindlichen Geist bezüglich der gesperrten Zone. Für die Glaubwürdigkeit der lokalen und atmosphärischen Verhältnisse sorgen nicht nur die echten Plätze in Prypjat, sondern auch die komplett in ukrainischer Sprache gehaltenen Dialoge (und Monologe natürlich).

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