Mittwoch, 25. April 2012

Dogtooth

Dogtooth (Kynodontas)



Griechenland, 2009
Genre: Drama, Komödie
Regisseur: Giorgos Lanthimos
Darsteller: Christos Stergioglou, Michele Valley

Ein Elternpaar schottet ihre Kinder von der Außenwelt ab. Die zwei Töchter und der eine Sohn bekommen von ihren Eltern vermittelt, dass hinter dem riesigen Gartenzaun, der das Grundstück der Familie umgibt, eine gefährliche Welt auf sie wartet. Vater und Mutter lassen sie auch an viele andere absurde Dinge glauben. Beispielsweise, dass Katzen Menschen fressen oder das Wort Muschi ein Synonym für Lampe ist.

Kommentar: Eine sterile, kühle, emotionslose Atmosphäre umgibt die Welt der drei Kinder, deren Eltern nichts dem Zufall überlassen wollen und deshalb ihre fast im Erwachsenenalter befindenden Nachkommen unter Kontrolle und Verschluss halten. Die elterliche Sorge um das Wohl der Kinder nimmt in diesem Film jedoch solch idiotische und übertriebene Ausmaße an, dass man sich als Sichter ein ums andere Mal bei heftigen Lachanfällen erwischt. Doch auch wenn die Arbeit von Giorgos Lanthimos eine satirische Abrechnung mit erzieherisch überstrengen Elternhäusern darstellt, bleibt das Lachen sehr oft im Halse stecken. Wir sehen junge Menschen in einer kalkulierten Miniwelt, die nach eigenen Gesetzen funktioniert. Hier spielen sich inzestuöse Annäherungen und Geschichten ab; der durch einen Zaun abgeschottene Garten wird als Trainings- und Abrichtungsfläche eingesetzt; die Missachtung von Regeln zieht physische Strafen nach sich und elterlicherseits untersteht alles dem Zwang, die eigenen Kinder unter Kontrolle zu halten. "Dogtooth" ist eine unglaublich aufregende Tragikomödie, die durch ihre langsame Inszenierung, Charaktere und ihre Werte sehr nah bringt und zu keinem Zeitpunkt ein grauenvolles Spektakel sein möchte. Aber es ist auch nichts, was man ein zweites Mal sehen müsste.

5/10

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