Montag, 28. Oktober 2013

Don't Torture a Duckling

Don't Torture a Duckling (Non si sevizia un paperin)



Italien, 1972
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: Lucio Fulci
Darsteller: Tomas Milian, Florinda Bolkan

In einem italienischen Dorf werden Jungen entführt und später tot aufgefunden. Die Polizei zeigt sich ratlos und muss dabei zusehen, wie das Vertrauen der Bewohner in die Macht der Gesetzesbewahrer zusehends schwindet. Der junge Journalist Martelli beginnt ebenfalls Nachforschungen zu stellen und entdeckt am Ende ein böses Geheimnis.

Knabenmorde in einem rückständigen Dorf

Kommentar: Mehrere Knabenmorde lösen in einem italienischen Dorf Panik aus, sodass auch die nationale Presse sich auf die Ereignisse stürzt und dem kleinen Ort unrühmliche Bedeutung in der Tagesaktualität verschafft. Die Polizei ist machtlos und sieht sich ebenso mit Streitigkeiten unter den Bewohnern konfrontiert, die sich gegenseitig beschuldigen oder sogar töten. Unter der eigentlichen Geschichte, die mit herkömmlichen Kriminalfilm-Motiven bestückt wurde, erwartet den Zuschauer das entsetzliche Bild eines zerrissenen, rückständigen Dorfes. Regisseur Fulci kombinierte die Thriller-Prozedur mit gesellschaftspessimistischen Tönen und schuf ein Werk, das schon fast als Milieuschilderung durchgehen kann. Davon sprechen auch die Aufnahmen, in denen der Stoff uns Gewalttätigkeiten zeigt. Denn man verzichtete größtenteils auf selbstzweckhafte Brutalo-Bilder, fügte dafür Szenen ein, die uns neue Interpretationsmöglichkeiten zu dem teilweise sehr düsteren Provinz-Panoptikum vermitteln. Letztendlich zeigt Fulci die Jagd nach dem Mörder als einen bizarren Kampf, der die niederen Triebe der Menschen weckt. Die Bewohner, die das fiktive Dorf bevölkern, können hier ihre Verletzlichkeit nicht verstecken und ihren Durst nach Vergeltungsmaßnahmen aussetzen. Ihr provinzieller Unfrieden wird entblößt, ihre brutalisierte Seite nach außen gekehrt. DON'T TORTURE A DUCKLING markiert, was den Regisseur betrifft, eine Karrierewende, denn der Streifen gehörte zu den ersten in Fulcis umfangreicher Filmografie, in denen er mit Gore-Effekten arbeitete.

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