Dienstag, 12. November 2013

Kurzfilm: The Sun Was Setting

The Sun Was Setting



USA, 1951
Genre: Drama (Kurzfilm)
Regisseur: Ed Wood
Darsteller: Angela Stevens, Phyllis Coate

Das erste ernst zu nehmende Projekt von Ed Wood könnte unauffälliger nicht sein. Keine Außerirdischen oder Kraken bevölkern die Bilder, und Menschen, die Sinnlos-Zeilen aneinanderreihen, scheint es hier ebenfalls nicht zu geben. Selbst das Ungestüme hat keine Eintrittskarte erhalten, sodass der Film nach klassischen Kriterien als handwerklich solide bezeichnet werden kann. Obwohl diese Stinknormalität, die THE SUN WAS SETTING versprüht, natürlich keinen Wood-Stempel aufweist, ist der Kurzfilm kein Schuss in den Ofen geworden. Seine Reduktion der Geschichte auf Dialoge und ein paar Gesten hat vielleicht nichts Triumphales an sich, mundet aber als kleiner Snack. Das Projekt begrenzt den Aktionsradius der Spielenden auf ein kleines Appartement, in dem seit einiger Zeit eine kranke Frau lebt, die nur noch zwei Monate zu leben hat. Als ihr Freund sie besuchen kommt und sie nach langer Zeit wieder trifft, macht er ihr einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt. Sie verweist im Laufe des Gesprächs darauf, dass sie bald sterben wird und nur noch einen Wunsch hat, nämlich sich noch einen Abend zu amüsieren. Weil der Mann vermutet, dass eine Veranstaltung sie zu sehr in Aufregung bringen würde, lehnt er ihre Bitte ab, sie zu begleiten und rät ihr von ihrem Vorhaben ab. Hier wurde also an Kosten genau wie an der Handlung gespart, die sich aber zumindest darum bemüht, einen wenig pessimistischen Blick auf ein kommendes Ableben zu richten, indem sie eine Figur beschreibt, die einen Tod mit einem freundlichen Antlitz haben möchte, auf den sie sich dann wenigstens freuen kann, anstatt das zu verdammen, was so oder so nicht mehr aufzuhalten ist. In der Hauptrolle ist eine gewisse Angela Stevens zu sehen, eine bildhübsche Frau, die als Schauspielerin an vielen Produktionen für das Fernsehen und einigen Kurzfilmen mitwirkte, wenn auch nicht aufgrund einer Leidenschaft für die Darstellung. Das Geld soll es gewesen sein, was sie vor die Filmkameras lockte. Das kann man auch in THE SUN WAS SETTING an manchen Stellen deutlich erkennen, worüber sich Ed Wood aber eigentlich nicht beschweren konnte, schließlich hat er später in seiner Karriere doch ganz andere Gipfel der Schmerzfreiheit erklommen.

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