Donnerstag, 22. August 2013

Aenigma

Aenigma



Italien/Jugoslawien, 1987
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: Lucio Fulci
Darsteller: Jared Martin, Lara Lamberti

Nachdem Kathy im Anschluss an einen an ihr verübten Streich ihrer Mitschüler vor ein Auto läuft, wird sie ins Krankenhaus eingeliefert und liegt im Koma. Ihr Platz im Internat wird von einem neuen Mädchen besetzt, die jedoch durch magische Kräfte von Kathy psychisch manipuliert und auf diese Weise zu schrecklichen Mordtaten getrieben wird, die die Rache des im Krankenhaus liegenden Unfallopfers darstellen.

Mehr Schnecken gegen die suboptimale Spannungsökonomie!

Kommentar: Mit seinem lauwarmen Aufguss einer Rachegeschichte, die die Verhältnisse von Gut und Böse nach einer kleinen Einführung schnell umkehrt, bewegt sich der Film eigentlich nur auf der unteren Niveauskala. Und doch entrinnt die Handlung in manchen Momenten seiner spießigen Mischung von Konventionalität und Bravheit, geht viel mehr dazu über, sich nicht mehr selbst ernst zu nehmen. Denn allein der Einfall, Schnecken als Tötungswerkzeuge einzusetzen, um eine Schülerin umzubringen, und die Weichtiere des Todes zu zeigen, wie sie sich zu Hunderten auf dem zappelnden Mädchen fortbewegen und in deren Mundraum klettern, während hässliche und völlig realismusferne Geräusche einen zweifelhaften auditiven Rahmen bilden - diese Idee kann für die Gesamtbewertung natürlich nur ordentlich Trash-Boni ernten. Den unverständigen Spaßbremsen mögen Blödsinnigkeiten wie diese wenig befriedigend oder super belanglos erscheinen, doch retten sie in AENIGMA das, was noch zu retten ist, das, was gerettet werden muss. Diese Elemente halten nämlich die Exploitation-Ehre aufrecht, die sich aufgrund einer Knappheit an Gewalt, Nacktheit und Körperzerstörungsorgien der Gefahr ausgesetzt ist, ausgelöscht zu werden. Ansonsten hat dieser plumpe Mystery-Horror-Versuch aus der Feder von Fulci wenig anzubieten und findet mit dem Ansatz seiner suboptimalen Spannungsökonomie (Euphemismus ahoi!) selten einen Weg, das Geschehen nicht mithilfe von zementierten Filmklischees zu erzählen.

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