Sonntag, 25. August 2013

Buffy - Im Bann der Dämonen - Staffel 1

Buffy the Vampire Slayer
USA, 1997 - 2003
Umfang: 7 Staffeln (144 Episoden)
Genre: Mystery, Horror
Idee: Joss Wheddon


Buffy Summers möchte eigentlich ein ganz normales Leben führen und nur Probleme haben, mit denen sich alle anderen Teenager auseinandersetzen müssen. Doch zu ihrem Pech wurde sie von geheimnisvollen Mächten dazu auserwählt, eine Vampirjägerin zu sein. Also bleibt ihr nichts weiter übrig, als ihr Schicksal anzunehmen und sich Vampiren, Dämonen und anderen Wesen mit übernatürlichen Kräften entgegenzustellen. Neben dem Bibliothekar Giles, der als Buffys Wächter und Experte fungiert, stehen ihr dabei auch gute Freunde zur Seite.


In der ersten Staffel sieht die Rahmenhandlung so aus, dass ein gewisser "Meister", ein mächtiger, machthungriger und uralter Vampir, endlich an die Oberfläche treten will und deshalb versucht, den Bann zu beenden, der ihn in einer Kanalisation gefangen hält. Sein größtes Problem ist jedoch Buffy, die neu an die Sunnydale Highschool kommt, nachdem sie die Turnhalle ihrer alten Schule bei einer Vampirverfolgung in Brand setzte. Ganz egal, welche Gestalten er aus seiner Kanalisation auch schickt, stets vernichtet die abgehärtete Vampirjägerin die Widersacher und verhindert so mehrmals seinen Ausbruch. Die Handlung mit dem "Meister" wird allerdings nicht in jeder Episode weitergesponnen. Denn hin und wieder tauchen auch Folgen auf, die ihre Erzählung von dem Kernkonflikt der Staffel abtrennen und sozusagen für sich allein stehen, ohne der Geschichte eine Entwicklung zu geben oder sonst irgendwelche Variablen zu setzen. Obwohl noch immer mindestens auf durchschnittlichem Niveau, gehören diese Episoden fast ausnahmslos zu den schwächeren der ersten Staffel.

Wenn BUFFY hingegen die Haupthandlung fortführt, kommen wiederum ganz große Sachen heraus, wie die Folge, in der die mysteriöse Identität von Angel gelüftet wird, einem bis dahin kurz auftretenden jungen Mann, der Buffy bloß mit klugen Ratschlägen zur Seite steht, nur um danach wieder zu verschwinden. Hier gibt es neben der sehr attraktiv gestalteten Entmystifizierungsgeschichte zusätzlich auch noch Stimmungsschwankungen und Genresprünge im Minutentakt, nur eben nicht so, dass der Plot irrt und die Drehbuchschreiber als Pfeifen entlarvt, ganz das Gegenteil herrscht vor. BUFFY zeichnet sich nämlich generell dadurch aus, dass sie nur schwierig in ein Genrefach reinzupacken ist, da absichtlich munter gewechselt und vermischt wird. Mitunter fühlt man sich gar einer Zapping-Erfahrung ausgesetzt, weil das Skript aus einer Highschool-Komödie innerhalb von fünf Minuten schnell ein Drama machen kann, und umgekehrt natürlich auch. Somit bestimmen Diskontinuitäten in Bereichen der Genrezugehörigkeit und der Atmosphäre die Serie. Dem entgegengesetzt steht dann aber die schemenhafte Dramaturgie, die auf ein gewöhnliches Drei-Akt-System vertraut.

Der viel gerühmte Humor von BUFFY scheint mir ein erstklassiges Instrument dafür zu sein, das Highschool-Leben sowie die Jagd auf Vampire und Dämonen immer mal wieder in ein anderes Licht zu rücken. Die trockenen Gags lassen es dabei nicht selten zu, dass man tief in die Strukturen des amerikanischen Schulalltags blickt und auf die typischen Problembereiche des Erwachsenwerdens aufmerksam gemacht wird, die genauso ein Inhalt der Serie sind wie die im Vordergrund stehenden Kämpfe gegen böse Kreaturen. Hinzu kommt selbstverständlich noch, dass man damit Schwung in das serielle TV-Format reinbringt und auf verkrampfte Ernsthaftigkeit verzichtet, welche ansonsten BUFFY - IM BANN DER DÄMONEN um ihre Cleverness bringen würde. So kann aber ungezügelt mit Selbstironie und Klischees gearbeitet werden, ohne dass man diese für paar billige Witzchen verpulvert.

Wenn man Fans und Kritikerstimmen glauben will, dann gehören die ersten 12 Episoden der Serie zu den vernachlässigbarsten. In der Tat fällt es auf, dass es zwischen einigen Folgen keine kleinen Qualitätsunterschiede gibt und der Aufbau bis zum Höhepunkt oftmals noch zu starr ist. Nichtsdestotrotz bügeln insbesondere die komödiantischen Phasen einige Schwachstellen wieder glatt und verleiten einen stets dazu, zu schmunzeln oder laut loszulachen. Neben den erwähnten klug umgesetzten Genrevermischungen stimmt mit Sarah Michelle Gellar auch die Hauptdarstellerin, die die knüppelharte und gleichzeitig softe Buffy Summers mit einer Physis und einem Gesicht ausstattet, welche die normierten Vorstellungen von Stärke, Power und Wucht mehr zu konterkarieren versuchen, als sie zum x-ten Mal zu bestätigen. Des Weiteren ist ihr Charakter, den sie spielt, natürlich auch Ausgang für viele spannende Verwicklungen und Erörterungen: Ein sechzehnjähriges Mädchen, das wie alle gewöhnlichen sechzehnjährigen Mädchen sein will, aber es einfach nicht kann, nicht soll, nicht darf. Stattdessen löst sich die Teenager-Normalität jederzeit dann auf, wenn die Vampirjäger-Verpflichtungen rufen.

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