Montag, 17. Juni 2013

Erbschaft um Mitternacht

Erbschaft um Mitternacht (The Cat and the Canary)



USA, 1939
Genre: Thriller, Komödie
Regisseur: Elliott Nugent
Darsteller: Bob Hope, Paulette Goddard

Im Haus des Millionärs Cyrus Norman versammelt sich zehn Jahre nach seinem Tod dessen Verwandtschaft, um seinen letzten Willen verlesen zu bekommen. Es stellt sich heraus, dass Joyce die alleinige Erbin des Vermögens ist. Doch da es in der Familiengeschichte der Normans sehr viele Wahnsinnige gegeben hat, wurde noch ein zweites Testament verfasst, welches dann in Kraft tritt, wenn sich herausstellen sollte, dass Joyce verrückt ist.

Übergangene Mystery-Komödie

Kommentar: In ERBSCHAFT UM MITTERNACHT trifft sich eine bunt zusammengesetzte Gesellschaft von Verwandten eines verstorbenen Angehörigen, die daran interessiert ist, zu erfahren, wer welche Summe vom Vermögen des Toten abbekommen soll. Überraschenderweise stellt sich die junge Joyce dabei als Alleinerbin heraus, wobei allerdings aufgrund der in der Familie häufig auftretenden Geisteskrankheit die Einschränkung existiert, dass Joyce das Erbe entzogen wird, falls sie wahnsinnig werden sollte. Wie man das aus ähnlichen Filmen kennt, gibt es für die Gruppe nach der Verlesung des Testaments erst einmal keine Möglichkeit, wieder abzureisen oder Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, womit das Szenario auf wenige Räumlichkeiten und einen kleinen Personenkreis beschränkt wird. Da ein zweites Testament in Kraft treten würde, wenn Joyce Anzeichen von psychischen Störungen zeige, wäre es nach den Regeln des Genrefilms schon sehr verwunderlich, wenn irgendein Mitglied der Gesellschaft nicht versuchen würde, die Dame boshaft zu erschrecken, um eine Geistesstörung zu provozieren. So ereignet sich dies dann auch, wenngleich anders als man es vielleicht zuerst annimmt. Besonders interessant ist bei diesem Film, dass eben nicht vom Zehn-kleine-Opfer-System Gebrauch gemacht wird, man sich stattdessen allein auf den mysteriösen Charakter eines großen Anwesens, die obskure Existenz eines entlaufenen geisteskranken Mörders und natürlich die Wer-hat-es-getan-Suche verlässt. Neben dem Rätseln über die Identität des Ärger verursachenden Halunken (bzw. der Halunkin) stiften ebenso die große Qualität besitzenden Humor-Einsprengsel einen nicht zu knappen Beitrag zum Unterhaltungsfaktor. Nicht nötig also näher darauf einzugehen, wie schade es ist, dass ERBSCHAFT UM MITTERNACHT nur ein Dasein als Unbekanntheit der Late-30s führt.

2 Kommentare:

Manfred Polak hat gesagt…

Die Versionen von Paul Leni und Radley Metzger sind auch durchaus sehenswert (wer bei letzterem Namen Sex erwartet, wird enttäuscht werden, aber Honor Blackman ist auch angezogen schön anzusehen).

Eule hat gesagt…

Vielen Dank für deine Anmerkung. Habe ich leider nicht gesehen und auch viel zu spät gemerkt, dass es schon einen THE CAT AND THE CANARY-Film vor diesem gab. Sonst hätte ihn noch vorher geschaut, um auch mal einen Vergleich zwischen diesen "nur" 13 Jahre voneinander entfernten Filmen machen zu können.

Die Existenz des späteren von Metzger war mir aber wenigstens bekannt. So viel cineastisches Wissen besitze ich schon noch. :D

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