Donnerstag, 22. August 2013

Der Mörder wohnt in Nr. 21

Der Mörder wohnt in Nr. 21 (L'assassin habite... au 21)



Frankreich, 1942
Genre: Thriller, Komödie
Regisseur: Henri-Georges Clouzot
Darsteller: Pierre Fresnay, Suzy Delair

Inspektor Wens übernimmt einen neuen Fall, in dem es um einen aktiven Serienmörder geht, der nach seinen Verbrechen stets eine Visitenkarte hinterlässt, auf welcher "Monsieur Durand" steht. Eines Tages bekommt er den Tipp, dass sich der Mörder in einem Beherbergungsbetrieb aufhält. Um diese heiße Spur näher zu untersuchen, mietet sich Wens, verkleidet als Priester, in der kleinen Pension ein Zimmer.

Inspektor in Priesterkleidern

Kommentar: Weil in Frankreich während der deutschen Besetzung keine öffentliche Vorführung amerikanischer Filme erlaubt war, produzierte die dort ansässige Industrie unter anderem Stücke, die sich von erzählerischen und optischen Trends verschiedener Hollywoodwerke inspirieren ließen und diese verbotenen Sachen gewissermaßen ersetzten. In DER MÖRDER WOHNT IN NR. 21 geht es um einen Inspektor, der sich um einen Serienmordfall kümmert, bei dem der Täter nach jedem Mord eine Visitenkarte hinterlässt. Die Verbrechen sind jedoch schwerer als gedacht zu lösen und mehrere Verhöre verdächtigter Personen helfen ebenfalls nicht weiter. Doch dann hat der Inspektor eine Idee, um den Mörder dingfest zu machen, der überall und doch nirgends zu sein scheint. Es war bis dato die vierte Zusammenarbeit Clouzots mit der in Nazihänden befindlichen Firma Continental Films und offenbart in erster Linie ein sehr spielerisches Wesen, da zum Kriminalplot noch unterschiedliche Zusätze hinzugefügt wurden, die die Aufmerksamkeit von der zentralen Wer-hat-es-getan-Frage nehmen. Unter Zuhilfenahme von geistreichen Witzen, skurrilen und sich nicht immer seriös verhaltenden Persönlichkeiten, einigen neckischen Auseinandersetzungen und einem Mystery-Anstrich, der sich mehr ironisierend als wirksam für die Spannungskurve äußert, baumelt DER MÖRDER WOHNT IN NR. 21 ständig hin und her, von Versagensangst keine Spur.

Dabei muss trotzdem gesagt werden, dass Clouzots Technik, Blickpunkte zu verschieben, uns Abwechslung zu bieten und damit der öden, todernsten Ausmalerei detektivischer Unternehmungen entgegenzuwirken, wenig am Interesse des Zuschauers ändert, endlich zu erfahren, wer der Sündige ist. Denn die übermäßige Konfrontation mit falschen Fährten und neuen Morden sorgt dann im letzten Drittel dafür, dass die Handlung zu einer Einhaltung starrerer Thriller-Konventionen tendiert. Als Schwäche kann man das aber schwerlich bezeichnen, denn dieser Rückgriff auf unauffällige Merkmale geschieht eben ganz zur richtigen Zeit.

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