Donnerstag, 29. August 2013

Pain & Gain

Pain & Gain



USA, 2013
Genre: Thriller, Action
Regisseur: Michael Bay
Darsteller: Mark Wahlberg, Dwayne Johnson

Die drei Bodybuilder Daniel, Paul und Adrian sind nicht zufrieden mit ihrer Situation und möchten den American Dream leben. Daniel, der als Personal-Trainer in einer Muckibude arbeitet, hat dazu auch einen ausgetüftelten Plan entwickelt: Zusammen sollen sie den steinreichen Victor Kershaw, den Daniel im Fitness-Studio trainiert, entführen und ihn durch Folter dazu bringen, dass er ihnen sein ganzes Vermögen abgibt.

Dumme Bodybuilder-Nasen wollen hoch hinaus

Kommentar: Bay probiert die Dekonstruktion des American Dream und scheitert mit seiner glattpolierten Umsetzung eigentlich gnadenlos. Sein Hochglanz-Bodykino gleitet dennoch in der ersten Hälfte sehr flüssig über die Bühne, nimmt sich einiges an Laufzeit, um die Motivation der Figuren zu erläutern, und produziert sogar eine Illusion von Tiefe, wofür seine sonstigen explosionsgeilen Produkte bekannterweise keinen einzigen Finger krumm machen. Nach der Hälfte jedoch, stets ein kritischer Punkt in modernem, schnell geschnittenem Kino, muss man schon naiv der Handlung gegenüberstehen, um sich nicht durchzuschleppen, sondern mit Freude jede Sequenz als Erlebnis zu verbuchen. Denn auch wenn PAIN & GAIN, zusammen mit DIE INSEL, den vielleicht inhaltlich ertragreichsten Film von Michael Bay darstellt, denkt der Filmemacher noch lange nicht daran, auf seine typischen, billigen Witzchen zu verzichten, um die Unterhaltung klüger zu gestalten. So gibt es für ihn auch nichts Schlimmes daran, das Klischee vom Bodybuilder als Vollhorst in seinen Film zu importieren und es zu verwalten. Das Gespür für Satire ist selbst dann weit und breit nicht zu erblicken, wenn man die Anspruchshaltung senkt und berücksichtigt, dass es eine Actionkomödie aus Hollywood ist und es ihr in erster Linie um etwas andere gehe. Deshalb fühlt sich die Demontage des amerikanischen Traums bzw. seine Darstellung und Verkehrung dann auch wie ein Beiwerk an - obwohl es unbestreitbar das Hauptmotiv ist.

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