Dienstag, 4. Juni 2013

The Raid

The Raid (serbuan maut)



Indonesien/USA, 2012
Genre: Action
Regisseur: Gareth Evans
Darsteller: Iko Uwais, Pierre Gruno

In den Slums von Jakarta hat ein Drogenboss Tama die volle Kontrolle über einen gesamten Häuserblock. Nachdem er mitbekommt, dass sich eine große Polizeieinheit im Gebäude befindet, ruft er kriminellen Bewohner er dazu auf, die feindliche Truppe mit allen Mitteln aufzuhalten. Die sind ihrem Chef gegenüber selbstverständlich loyal und gehen mit Fäusten, Macheten und Gewehren gegen die Einheit vor, die nach ihrem ersten Fehler schon sehr viele Männer verliert.

Faustschlag, Fußtritt, Faustschlag, Fußtritt, Faustschlag ...

Kommentar: Aufs Nötigste beschränkter Kampfkunst-Wahnsinn, der Dialoge so weit es geht zu vermeiden versucht und dabei eine merkwürdige Leere produziert, die er allein mit der Konsequenz seiner Action-Dramatik nicht auszugleichen weiß. Durch den Verzicht auf längere Dialogpassagen kommt es, dass der Häuserblock, den eine indonesische Polizeieinheit stürmt, schnell zu einem Ort der Bewegung wird, wo Rasanz keinen Gegenpol bekommt, sondern ungestört in jeden Winkel vordringt. Sicherlich mundet deshalb nicht jedem diese zu wenig Abwechslung neigende Schlag-und-Fußtritt-Mechanik, bei der die Essenz nur in der Ästhetik liegen kann. Das von Kriminellen okkupierte Haus, in welchem wohl ziemlich locker 98% des Films spielen, erscheint zwar auch deutlich als Präsentierfläche für die perfekte Beherrschung des Körpers, gleichzeitig zeigen die engen und dreckigen Korridore ein Minenfeld auf, auf dem man sich keine Konzentrationsschwächen erlauben darf. Obwohl seine Unkonventionalität THE RAID gut tut, ist auch hier vieles beim Alten, wenn nicht gar Uralten. Da kann der Film noch so sehr in die Pedalen treten und den Bodycountzähler zum Erschüttern bringen wie er will - seine dünnen narrativen Elemente sind so dermaßen platt, dass es die bravouröse Härte und die leider nicht jeden Tag zu sehende Schnelligkeit für eine insgesamt sinnlose Im-Kreis-Dreh-Parade von Actionsequenzen verbraucht. Dennoch: Was die Intensität betrifft, rangiert THE RAID irgendwo auf den vorderen Actionfilm-Plätzen. Dies darf nicht unterschätzt werden.

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