Freitag, 9. November 2012

Ilsa - Die Tigerin

Ilsa - Die Tigerin (Ilsa, the Tigress of Siberia)



Kanada, 1977
Genre: Action, Thriller (Trash)
Regisseur: Jean LaFleur
Darsteller: Dyanne Thorne, Michel Morin

Die berühmt-berüchtigte SS-Schergin Ilsa hat in Russland das Kommando über einen Gulag, welches politische Gefangene festhält. Mithilfe der Mitarbeiter versucht Ilsa Informationen aus den Männern zu bekommen. Wenn ihre psychischen und physischen Methoden keine Wirkung zeigen, neigt die gemeine Frau dazu, die Gefangenen in einen Tigerkäfig zu werfen, um dem hungrigen Tier eine saftige Mahlzeit zu spenden.

Schrei of the Tiger

Kommentar: Der dritte Teil der umstrittenen Ilsa-Reihe rebelliert wieder einmal mit Sadismus und expliziten Tötungsszenen gegen den guten Geschmack der herrschenden Filmindustrie. Auch wenn man nicht zu schreiben braucht, dass die Gewalt einzig selbstzweckhaft ist, muss unbedingt etwas zu der Kreativität gesagt werden. Man bemühte sich nämlich trotz des knappen Budgets um einigermaßen einprägsame Schreckens- und Todesmomente, weshalb es nicht ganz verwerflich ist, wenn der Plot nur ein Albi dafür liefert, sinnlose Gewalt auszustellen. Als Unterbrechung der visuellen Härte erweisen sich die in solchen B-Movies obligatorischen Sexsequenzen, die in diesem Fall Ilsa, gespielt von Dyanne Thorne, als geile Nymphomanin zeigen, für welche das Schwanz tragende Geschöpf vor allem der persönlichen Lustbefriedigung gilt. Für viele Menschen mag das einem radikalisierten Feminismus nahekommen und eine in der Kinowelt eher sonderbare Frauenrolle darstellen - die schlüpfrigen Sequenzen führen vor allen Dingen narrative Schwachpunkte vor. ILSA - DIE TIGERIN ist als simple Sexploitation ohnehin gegen jede Form von Logik allergisch, doch entsetzt er zusätzlich mit einem Bruch des Schauplatzes, der die handelnden Figuren aufhören lässt, sich in einer stimmungsvollen Schneelandschaftsszenerie zu bewegen, und stattdessen ihre Konflikte in ein großstädtisches Gebiet transportiert. Etwas geht bei dieser Zäsur verloren. Der Tiger. Die Animalploitation.

4/10

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