Mittwoch, 4. Mai 2011

Jerichow

Jerichow


Deutschland, 2008
Genre: Drama
Regisseur: Christian Petzold
Darsteller: Benno Fürmann, Nina Hoss

Thomas kehrt nach Jerichow zurück, er zieht in das verlassene Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter ein. Der Besuch eines alten Freundes konfrontiert ihn mit der Vergangenheit und macht ihn um das ganze Geld, was er sich angespart hatte, leichter. Das Arbeitsamt vermittelt ihm eine höchst unterdurchschnittlich bezahlte Arbeit als Erntehelfter, so dass Thomas das Jobangebot des Türken Ali, den er zuvor vor Unannehmlichkeiten mit der Polizei beschützte, sofort und ohne nachzudenken annimmt und für ein deutlich höheres Gehalt Imbissbuden beliefert. Daraufhin feiert Ali mit seiner Frau Laura und seinem neuen Partner Thomas die gemeinsame Kooperation am Strand. - Sicherlich ein zu Kameraverliebtheit befeuertes Werk deutscher Filmkunst, das die Spannung nur andeutet und mit der seelischen Entkleidung der Charaktere wächst. Vor allem handelt es sich aber um ein stark minimalistisches Kino, weil auf Nebenpersonen und zu viele Kulissen verzichtet wurde. So wird nur das einfache, hässliche wie schöne, das wirkliche festgehalten und mit neorealistischen Zügen vermittelt, was das Endergebnis dennoch in die malerische Durchschnittlichkeit deponiert. Zu scheinbar sind dramaturgische Schwächen und die vielen beliebig austauschbaren Dialogteile. "Jerichow" ist ein zutiefst menschliches Drama, ebenfalls ein Ort wie eine Art Betonwand, an welcher die hier dargestellten Charaktere abprallen und der Abhängigkeit verfallen.

5/10

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