Montag, 10. Februar 2014

Lady in a Cage

Lady in a Cage



USA, 1964
Genre: Thriller
Regisseur: Walter Grauman
Darsteller: Olivia de Havilland, James Caan

Nachdem ihr Sohn weggefahren ist, benutzt Mrs. Hilyard ihren käfigartigen Fahrstuhl, um nicht mühsam die Treppen hochlaufen zu müssen, da sie körperliche Beschwerden hat. Doch dann, mitten auf dem Aufstieg in die obere Etage, bleibt der Fahrstuhl plötzlich stehen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als unermüdlich den Alarmknopf zu betätigen, und zu hoffen, dass es jemandem vor ihrem Haus beim Vorbeigehen auffällt. Lange Zeit passiert nichts - doch schließlich fällt ihr auf, dass im Haus herumgeschlichen wird. Unglücklicherweise ist diese Person aber kein bisschen daran interessiert, der älteren Dame zu helfen. Stattdessen richtet der arm und betrunken erscheinende Mann seine Aufmerksamkeit auf die wertvoll erscheinenden Dinge aus dem Haus, die sich später irgendwo verkaufen lassen.

Das gesellschaftliche Desinteresse

Kommentar: Der von Kritikern eher verschmähte LADY IN A CAGE ist ein frühes Beispiel für die Verarbeitung des Motivs home invasion und lässt es an exploitativen Augenblicken nicht mangeln. Es lässt sich nur erahnen, wie sehr die Zuschauer ihn kurz nach seiner Veröffentlichung als verstörend empfanden. Ihm fehlt natürlich die brisant inszenierte Terrorisierung, die den Schrecken in den eigenen vier Wänden eine solch unangenehme Konkretheit gibt, wie man sie eigentlich schon fast gar nicht sehen möchte. Trotzdem kann sich LADY IN A CAGE bis zu einem gewissen Grad auch mit den heutigen Standards ähnlich angelegter Narrationen messen, deren Inhalt wir abstoßend finden. Der Grund dafür ist in erster Linie, dass es sich bei der dargestellten Gewalt in diesem Thriller tatsächlich um rein sinnlose Aktionen handelt, die nur den Showfaktor erhöhen sollen. Er stimmt in den Tenor der filmischen Werke ein, die in den Fünfzigern und Sechzigern eine degenerierte Generation ausmachten und bei ihr ein fehlendes Gefühl für Verantwortung sowie eine nicht der Mehrheitsgesellschaft schmeckende Egal-Haltung diagnostizierten. Obwohl es scheinbar darum geht, die Gleichgültigkeit und die sadistischen Fantasien von drei jungen Menschen zu zeigen, die nichts Spannendes mit ihrem Leben anzufangen wissen, dreht sich eigentlich das gesamte Werk um ein Desinteresse der Gesellschaft, das die Menschen achtlos vor der Interessenlage anderer macht. Auf diese Weise entwickelt sich in LADY IN A CAGE ein unerwartet moralisch mehrdeutiger Verlauf, der sich von der Nummer, dass bloß eine bestimmte Generation sich falsch benimmt und mit Defiziten ausgestattet ist, ein wenig entfremdet. Olivia de Havilland, die im selben Jahr auch in Aldrichs Psychothriller HUSH... HUSH, SWEET CHARLOTTE zu sehen war, wirkt in der Hauptrolle auf engstem Raum sehr souverän, wenngleich das ihre Stimme wiedergebende Voice-over - welches jedoch relativ selten zu hören ist -, zum Schlimmsten gehört, was man von dieser Art der nicht-visuellen Information kriegen kann. Für James Caan war es die erste große Prüfung im Kinogeschäft und er meisterte diese ohne Schwierigkeiten, da man ihm die Figur des lakonischen bad boys jederzeit abkauft.

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