Dienstag, 26. November 2013

Plan 9 aus dem Weltall

Plan 9 aus dem Weltall (Plan 9 From Outer Space)



USA, 1959
Genre: Sci-Fi, Thriller (Trash)
Regisseur: Ed Wood
Darsteller: Gregory Walcott, Dudley Manlove

In Kalifornien geschehen seltsame Dinge. Der Flugzeugpilot Jeff Trent entdeckt mit seinem Kollegen ein seltsames Flugobjekt am Himmel, das nicht ausschaut, als sei es auf der Erde hergestellt worden. Kurze Zeit später findet man auf einem Friedhof zwei Leichen. Bei der Suche nach Spuren wird jedoch auch der zuständige Inspektor Daniel Clay ermordet. Jeff Trent, der mit seiner Frau Paula in der Nähe des Friedhofs wohnt, auf dem kürzlich drei Menschen getötet wurden, ist besorgt, weil er wieder abfliegen muss. Er rät seiner Frau, für kurze Zeit zu ihrer Mutter zu fahren, was Paula jedoch ablehnt. Im Verteidigungsministerium erfahren wir durch eine Nachricht, die übersetzt werden konnte, dass Wesen von einem anderen Planeten die Menschen kontaktiert haben, um sie vor der eigenen Zerstörung zu bewahren.

Der Citizen Kane des Trashfilms

Kommentar: In der Trash-Gewichtsklasse, in der PLAN 9 FROM OUTER SPACE spielt, können nur wenige Filme mithalten. Schon bei dem Anblick der fliegenden Untertassen bleibt einem regelrecht die Spucke weg, weil man sich selbst Hochwertigeres unter einer miserablen Täuschung vorstellt, als nur einfaches Spielzeug an einer Schnur. Regisseur Ed Wood pochte in seiner goldenen Karrierephase auf die künstlerische Freiheit und setzte diese hier in nahezu jedem Bild um. Konnte der Konsument seine eigene Faszination für GLEN OR GLENDA, DIE RACHE DES WÜRGERS oder auch JAIL BAIT noch leicht argumentativ belegen und auf sinnreiche Ideen aufmerksam machen, ohne auf das T-Wort zurückgreifen zu müssen, gestaltet sich das bei diesem von einer Baptistengemeinde finanzierten Film schon schwieriger. Dennoch macht man es sich zu einfach, wenn man nur den "so bad it's good"-Charakter berücksichtigt und von oben schauend alles auslacht, was Wood und sein Team vermeintlich vergeigt haben. Aufgrund zahlreicher Kontinuitätsfehler, verschrobener Dialoge und kindisch bis ulkig anmutender Kulissen sowie dem Vorhandensein einer für uns ausgesprochen unlogischen Welt bietet der Streifen unzweifelhaft die Qualität eines Traums.

Nach der Traumillusion können sich allerdings nur wenige fest entscheiden, ob das Geträumte nun gut oder schlecht war. Wie die im Film verschwommenen Feind- und Freund-Kategorien, so uneinig und widersprüchlich sind auch die Bewertungen der Zuschauer bezüglich der Klasse. Sachen wie PLAN 9 AUS DEM WELTALL hinterfragen unser Bewerten rigoros, sodass viele Liebhaber dieser einzigartigen Perle keine befriedigende Antwort darauf finden, welche Maßstäbe sie eigentlich anlegen sollen, um diesem Werk gerecht zu werden, ohne die von Kritikern geprüften guten Filme abzustufen. Dieser bedeutende Monolith der Kinogeschichte erinnert uns auch daran, dass wir uns der Intention eines Filmemachers nicht hündisch-kriecherisch ergeben müssen, sondern uns sehr wohl einen eigenen Weg zu den Bildern suchen dürfen. Genießt die totale Weirdness, genießt Woods Chiropraktiker, der Lugosi doubelt, genießt den tollpatschigen Polizisten Kelton, genießt die Parodien auf Filme, die zur Zeit der Entstehung noch gar nicht gedreht wurden, genießt die totale Freiheit eines Filmemachers, der sein ganzes Herzblut in dieses Projekt gesteckt hat. Mit anderen Worten: Wenn euch dieses Werk gefällt, dann verkündet es stolz. Wenn dabei CITIZEN KANE und PLAN 9 AUS DEM WELTALL auf die gleiche Stufe gestellt werden, dann soll es eben so sein. So what?

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