Montag, 2. Dezember 2013

Night of the Ghouls

Night of the Ghouls



USA, 1959
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: Ed Wood
Darsteller: Kenne Duncan, Duke Moore

Die Polizei untersucht ein Haus, in dem es spucken soll und in dessen Nähe seltsame Dinge vor sich gehen. Bewohnt wird es von einem Mann, der sich als Medium ausgibt und behauptet, er könne mit Toten Kontakt aufnehmen. In Wahrheit sind er und seine Freundin nur scharf auf die Kohle, die sie von leichtgläubigen Menschen bekommen. Doch haben sie keine Ahnung davon, dass unter den Unwissenden dieses Mal auch ein Polizist dabei ist.

Der Stuhlgang

Kommentar: Die Fünfziger waren Ed Woods Jahrzehnt, hier setzte er mit seiner exzentrischen Dehollywoodisierung (Hater sprechen von einer Verdummung) von klassischen Hollywooderzählungen Akzente und zeigte, dass man mit extrem wenig Geld viel machen kann. NIGHT OF THE GHOULS gehört aber nicht zu den großartigen bis sagenhaften Produktionen dieser Episode, denn ihm fehlen experimentelle Merkmale, pfiffige Stellen in Dialogen wie auch eine interessante kinematografische Dimension, die Figuren und Orte zu einem ganzen Teil verschmilzt. Zwar stand William C. Thompson wieder als Mann für das Einfangen des nonkonformen Irrsinns hinter der Kamera, doch davon bekommt man so gut wie nie etwas mit. Das zeigt sich deutlich, wenn kurze Ausschnitte aus dem 1957 veröffentlichten Kurzfilm FINAL CURTAIN auftauchen, da sie sämtliche Aufnahmen, die speziell für NIGHT OF THE GHOULS gedreht wurden, deklassieren. Von einer Mogelpackung zu sprechen ist sicherlich keine angemessene Reaktion auf den Quasi-Nachfolger von DIE RACHE DES WÜRGERS, doch mit dem Blick darauf, dass dies der letzte klassische Wood-Film ist, fragt man sich, warum es so enden musste. Auch inhaltliche und metatextuelle Verbindungen zu den Vorgängen aus den vorherigen Spielfilmen können hier nichts retten, selbst wenn sie die interessanteste Musik erklingen lassen. Der Maestro hatte sein Orchester bei dieser Nummer einfach nicht im Griff, weshalb NIGHT OF THE GHOULS sich anschaut, als sei dieser Auftritt eine schlechte Zusammenfassung der bis dato fertig gewordenen Regietaten. Noch mehr denkt man aber an einen Karriere-Stuhlgang, bei dem der Urheber Teile seiner künstlerischen Arbeit verschlang und wieder ausschied, um zu sehen, ob sich daraus etwas Schönes machen lässt

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