Donnerstag, 19. April 2012

Fahrenheit 451

Fahrenheit 451



GB, 1966
Genre: Drama, Sci-Fi
Regisseur: Francois Truffaut
Darsteller: Oskar Werner, Julie Christie

Montag ist ein Feuerwehrmann. Doch in dieser Zeit, in der erlebt, löscht die Feuerwehr keine Brände, sondern vernichtet Bücher mit der Kraft des Feuers. Montag steht kurz vor seiner Beförderung, er lebt verheiratet und hat keine Kinder. Eines Tages trifft er die Lehrerin Clarisse, die ihm andeutet, dass sie Bücher liest. Obwohl das Lesen von Büchern vom Staat verboten wird, weckt die Begegnung mit Clarisse seine Neugier und er fängt an täglich Bücher zu lesen. Seine Frau begreift das nicht und denunziert ihn.

Kommentar: Der Titel des Films spielt auf die Temperatur an, bei der Bücher anfangen zu brennen. Diese Bücher sind in dem namenlosen totalitären Staat verboten, ironischerweise ist für ihre Vernichtung die Feuerwehr zuständig. Da Literatur emotionalisiert oder zum Nachdenken anregt, ist sie ein Feind des Staates, der die Menschen zu fantasielosen und leicht lenkbaren Wesen erzieht. Dieser Feind scheint komischerweise auch der einzige noch übrig gebliebene zu sein. Bücher sind in diesem Film also als Metapher für Freiheit zu verstehen. Indem ein Mensch ein Buch liest, fängt er an zu denken, zu analysieren, zu fühlen - alles Tätigkeiten, die der Staat einschränken möchte. Das wird mit großer inszenatorischer Sorgfalt von Truffaut abgehandelt; da ist hitchcockmäßige Musik, dort skurille, kaum in die Zukunft passenden Wohnausstattungen, hier optisch fein fotografierte Bücherverbrennungen. Es ist keine bedrohlich wirkende Dystopie, eher eine ernste Zukunftsvision mit Absurditäten. Ein okayes filmisches Plädoyer für Freiheit, welches auf der Handlungsebene jedoch ziemlich schwach ist.

4/10

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