Montag, 20. Mai 2013

Die Fliege

Die Fliege (The Fly)



Kanada/USA 1986
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: David Cronenberg
Darsteller: Jeff Goldblum, Geena Davis

Wissenschaftler Seth Brundle hat eine Teleportationsstation gebaut, mit der er es schafft, Dinge von einem von einem Ort zum anderen zu teleportieren. Nachdem ihm ein Versuch mit einem Pavian glückt, beweist er, dass er mit der Station auch lebende Sachen transportieren kann. Als er sich jedoch selbst einem Versuch unterzieht und in die Teleportationsbox steigt, nimmt unbemerkt auch eine Fliege am Experiment teil, die zufällig in die Box hineinfliegt. Nach seiner erfolgreichen Teleportation bemerkt Seth an seiner Person zuerst nichts Außergewöhnliches, bis auf die Tatsache, dass er auf einmal reich an Energie ist. Doch schon bald beginnt seine DNS, sich mit der der Fliege zu vermischen ...

Horror auf höchstem Niveau

Kommentar: Der Urängste provozierende Film von Cronenberg ist ergreifendstes Kino, das mit den Mitteln des Ekels eine geradezu surreale Stimmung kreiert, die den Zuschauer mitsamt seiner Gedankenwelt affiziert und so teuflisch-boshaft in die konstruierte Spannungskurve des eigenen Ichs hineindriften lässt. Denn nichts ist grausamer, als sich die Frage zu stellen, wie man selbst auf die physischen und mentalen Veränderungen reagieren würde, während man jedoch gleichzeitig genauso an natürliche Alterungsprozesse denkt, welche mit den Bildern von schrumpeliger Haut oder dem Ausfallen der Zähne assoziiert werden. Weil dieser echte und tiefsinnige Horror auf Effekte-Overkill verzichten kann, bleibt die übermäßige Verwendung von einschlägigen F/X-Instrumenten aus. In dicken Lettern zeigt sich in der imaginären Schlagwortwolke stattdessen der Begriff Make-up, der zwar im Normalfall wenig über die Qualität eines Films aussagt, in diesem Fall jedoch mehr eine Kunst in einer Kunst beschreibt als nur einen ästhetischen Zusatz. Und dann wäre da noch die Dramaturgie dieser Cronenbergschen Körpertransformations-Fantasie, welche die verschiedenen Stufen des Verlustes auch auf der Spannungs- und Beziehungsebene analysiert. Schließlich bezieht der unumkehrbare Prozess nicht nur den Wissenschaftler mit ein, sondern auch dessen Freundin, mit der er vor seinem missglückten Experiment  noch mehr als glücklich zusammen war. 

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