Donnerstag, 21. März 2013

The Pornographers

The Pornographers (Erogotoshi-tachi yori: Jinruigaku nyûmon)



Japan, 1966
Genre: Drama
Regisseur: Shohei Imamura
Darsteller: Shoichi Ozawa, Sumiko Sakamoto

Ogata ist Pornoregisseur und lebt mit seiner Freundin Haru und ihren beiden Kindern aus geschiedener Ehe zusammen. Er liebt Haru zwar sehr, schafft es jedoch nicht, die Augen von seiner Stieftochter Keiko zu lassen, die sich in der Adoleszenz befindet. Nachdem seine Freundin schwer erkrankt und ins Krankenhaus gebracht wird, versucht er sich noch offensiver an Keiko heranzumachen.

Sex makes the world go round

Kommentar: Wenn man THE PORNOGRAPHERS einfach mal so nebenbei laufen lassen will, wird man dem Film wohl krummnehmen, dass er dafür keine großartige Eignung vorzuweisen hat. Obwohl Ereignisse nicht unbedingt verschachtelt werden, ist der Fortgang der Handlung aufgrund von Sprüngen und bizarren Szenen nicht immer einfach mitzubekommen oder zu verarbeiten. In den Genuss kommt man dann wirklich nur, wenn man seine Konzentration über die gesamte Länge aufrechterhält und natürlich Spaß an schwarzem Humor findet. Diesem Film, der so intelligent wie lustig, abgefahren wie ruhevoll ist, mangelt es vielleicht an Zuschauergeschenken à la Vorhersehbarkeit, aber niemals an Konsequenz oder der Bereitschaft, Tabuzonen auszusparen. Als Satire auf eine japanische Gesellschaft im Wirtschaftshoch im Allgemeinen und Kritik an der Männerwelt im Speziellen gedacht, oder zumindest Spuren aufzeigend, die solche Interpretationen zulassen, greift THE PORNOGRAPHERS mit seinem Plot um einen nicht gerade erfolgreichen Schmuddelfilm-Regisseur auch Themen wie Inzest und Pädophilie auf. Mittendrin in der Schilderung des sittlichen Verfalls zeigt Shohei Imamura Anflüge von Sympathie für seinen Protagonisten und lässt diesen Philosophisches über die Rolle von Pornografie in der Gesellschaft oder die Notwendigkeit der Verschiebung moralischer Maßstäbe aufsagen und zum Apologeten der sexuellen Freiheit mutieren. Sein satirisches Werk ist komplex und stark hermetisch, enthält Surreales und stellt Personen vor, mit denen man sich selten identifizieren kann. Die pornografische Illusion, die der Protagonist produziert, bekommt man übrigens nicht zu sehen.

7/10

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