Samstag, 17. November 2012

Prison On Fire

Prison On Fire (Gaam yuk fung wan)



Hongkong, 1987
Genre: Drama, Thriller
Regisseur: Ringo Lam
Darsteller: Chow Yun-Fat, Tony Leung Ka-Fai

Wenige Zeit nach seiner Einlieferung bekommt Yiu im Gefängnis Riesenprobleme, weil er sich unfreiwillig mit Mickey und seinen Burschen anlegt. Die gehören zu den Personen, mit denen man lieber keinen Stress hat. Der erfahrene Ching, der seine Schwester wegen Prostitution umbrachte, hilft Yiu, sich gegen Mickey zu behaupten. Mickey wird schließlich nach einer härteren Auseinandersetzung verlegt, es folgt ein Jahr des scheinbaren Friedens. Doch nach 12 Monaten kehrt Unruhestifter Mickey wieder zurück..

Die Aufmuckenden

Kommentar: Der sich weniger um logische Zusammenhänge als vielmehr um seinen Unterhaltungswert kümmernde Film beginnt ganz gemächlich, fast typisch für einen Streifen, der über unterschiedliche Kräfte im Gefängnis handelt. In diesen Augenblicken, der konzentrierten Einführung der Parteien, nimmt man erst einmal nur die Ruhe vor dem Sturm wahr. Doch in PRISON ON FIRE offenbart sich dann doch jener strategische Gedanke, der vorsieht, dass Spannungen sich unverzüglich, und wenn wenig Vertrauen in die intellektuelle Fähigkeit des Zuschauers besteht, so unmissverständlich wie möglich entladen müssen. Wenn auch Ringo Lams Werk voll mit diesen drehbuchtechnischen Schmeicheleinheiten ist, drängt sich beim Schauen nur selten der Gedanke auf, dass man seine Zeit verschwendet oder auf die Schippe genommen wird. Tatsächlich ist die Geschichte über zwei Männer, die im Gefängnis dicke Freunde werden, allen dogmatischen Gut-Böse-Markierungen zum Trotz ein kleines Spannungsfilm-Highlight, welches vorbehaltlos bekannte Register zieht, um die Emotionen ansteigen zu lassen. Der sich am Schluss fast als großes Melodram ausgebende Film hat vor allem das Riesenglück, zwei so wunderbar spielende Typen wie Chow Yun-Fat und Tony Leung zu präsentieren. Sie spielen eine heterogene Zwei-Mann-Armee, der es mit großem Einsatz und unter hohem Risiko gelingt, sich von den festen Machtstrukturen, die in ihrem Gefängnis bestehen, zu emanzipieren. Dass Emanzipation im Zusammenhang mit dem Genre Gewalt als Mittel erfordert, dürfte wahrscheinlich niemanden überraschen.

6/10

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