Dienstag, 23. Oktober 2012

Solino

Solino



Deutschland, 2002
Genre: Drama
Regisseur: Fatih Akin
Darsteller: Barnaby Metschurat, Moritz Bleibtreu

Nachdem Streit mit ihrem Vater ziehen die Brüder Gigi und Giancarlo aus dem Elternhaus. Sie mieten sich mit ihrer Freundin eine gemeinsame Wohnung und beschließen nicht mehr für das Lokal ihres Vaters zu arbeiten, weil er sie nur ausbeutet. Als ihre Mutter Rosa in der Zeitung liest, dass ihr Sohn Gigi sich mit einem eigenen Film bei einer Filmpreisverleihung bewirbt, möchte sie die Nachricht gleich ihrem Mann erzählen und erwischt ihn zufällig beim Geschlechtsakt mit einer anderen Frau. Das trifft die beiden Brüder hart, doch dann erfahren sie auch noch vom Arzt, dass ihre Mutter unheilbar an Leukämie leidet.

Feuer und Leidenschaft

Kommentar: Das Leben von Migranten in Deutschland scheint für Fatih Akin eine unerschöpfliche Quelle für inspirierende Stoffe zu sein. In SOLINO porträtiert er eine italienische Einwandererfamilie, deren Zusammenbruch erst eine explosive Wirkung zeigt, später jedoch ein enormes Gemeinschaftsgefühl provoziert. Mag der poetische Ton den Realismus ins Abseits schieben, verdeutlicht er doch gleichzeitig, dass Akin ein großer Kinovisionär mit viel Herz und Gefühl ist, und dass die Schönheit in einem Augenblick fesselnder sein kann als die Hässlichkeit in der Komposition. Diesem Programm folgend, kümmert sich der deutsch-türkische Filmemacher nicht um die Handlung, sondern benutzt sie insgeheim, um aus dem Stoff die flammenden Momente herauszukitzeln. Insofern lässt sich sagen, dass Hauptfigur Gigi die Entdeckung von Feuer und Leidenschaft, zu der ihm in jungen Jahren ein namhafter Regisseur rät, nicht alleine macht, weshalb Akin und der Protagonist sich in ihrer Art des Antriebs sehr nah stehen. Etwas ärgerlich ist der Umstand, dass die ansonsten sehr stimmigen Bilderbögen etwas unter der kitschigen Stimmung der letzten Filmphase leiden müssen. 

5/10

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