Dienstag, 16. Oktober 2012

D'Artagnans Tochter

D'Artagnans Tochter (La Fille de d’Artagnan)



Frankreich, 1994
Genre: Abenteuer, Komödie
Regisseur: Bertrand Tavernier
Darsteller: Sophie Marceau, Philippe Noiret

Frankreich im Jahr 1654: Nach der Ermordung ihrer Vorsteherin verlässt Eloise das Kloster in Richtung Paris, wo sie ihren Vater D'Artagnan, den bekannten Anführer der Musketiere, um Hilfe im Kampf gegen den verbrecherischen Herzog Crassac bittet. Anfangs gibt sich D'Artagnan sehr zurückhaltend, glaubt an keinen Komplott, vom dem seine Tochter ständig spricht. Als Eloise sich einmal jedoch in Lebensgefahr befindet, kommt er ihr mit seinen Degenkünsten zur Hilfe und trommelt daraufhin seine noch verbliebenen Musketierkumpanen zusammen.

En garde

Kommentar: Die 129 Minuten andauernden, wuseligen, wilden und energiereichen Plotrotationen tragen schon ein wenig zur Entrüstung über die narrative Unschärfe dieses Werks bei. Um die Tochter eines Musketiers geht es dabei nur marginal, wenngleich das erste Viertel das Gefühl gibt, Zeuge einer Emanzipationsgeschichte zu sein. Es ist schon ein wenig erstaunlich, wie wenig Bildschirmzeit Sophie Marceau zugestanden wird, die eine willensstarke Frau spielen und dabei mit der Umklammerung zweier Männer umgehen muss. Der eine ist ihr Vater D'Artagnan, ein immer noch fitter Degenschwinger, der die Tochter irgendwann einmal ins Kloster schickte und sie auch nach ihrer Rückkehr zu ihm am liebsten dort haben möchte. Der andere Mann nennt sich Quentin la Misère, und ist ein Dichter, den Eloise irgendwo aufgabelte und für den sie leise Gefühle hegt. Wie das oft so ist, hält der Vater natürlich nichts vom Liebling der Tochter. Die Konsequenz des Drehbuchs schmerzt nicht nur an diesem Punkt, wenn es die Spannung zwischen den zwei Parteien und der Tochter im Mittelpunkt wenig ernst nimmt. Es ist dieses allgemeine Problem wilder, in der Spiellänge überzogener komödiantischer Filme: Sie thematisieren viel, doch ohne jegliche Konzentration. Ihnen fehlt der Charakter durchlöchernde Blick. Die einige Sekunden laufende Oben-ohne-Aufnahme von der bezaubernden Sophie Marceau kann für diesen Mangel leider auch nicht vollwertig entschädigen.

4/10

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