Freitag, 26. Oktober 2012

Autopiloten

Autopiloten



Deutschland, 2007
Genre: Drama
Regisseur: Bastian Günther
Darsteller: Charly Hübner, Wolfram Koch

Vier Männer, die sich nicht kennen, aber viele Gemeinsamkeiten aufweisen: Dieter, der Lokalreporter; Jörg, der Badewannenliftvertreter; Georg, der Fußballtrainer; und Heinz, der Schlagersänger. Die Entfremdung bestimmt den aktuellen Alltag aller vier, weshalb die Männer nur so vor sich hinleben, in Angst oder Desinteresse. Im Ruhrgebiet treffen sich ihre Spuren.

Geistreicher Film über das Schalten auf Autopilot

Kommentar: Ohne übel riechende Schablonen zum Einsatz zu bringen, verbindet Bastian Günther vier Männerstories zu einem Episodenfilm über männliche, die 30 Jahre Grenze hinter sich gelassene Individuen. Was schnell auffällt, ist die sorgsame und bedachte Inszenierung, die mehr spröde denn auffällig wirkt. Lange Einstellungen vom Typ des dokumentarischen Films korrespondieren jedoch auf fabelhafte Weise mit der Prämisse, sodass jegliche Gedanken von einem bewegungs- und emotionslosen Film, sich ins Nirwana zurückziehen müssen. Bastian Günther führte nicht nur Regie, sondern zeichnete sich genauso für das Drehbuch verantwortlich, welches für die vier Geschichten keine gegenseitige Verkupplung vorsieht, vielmehr diese für extrem kurze Zeiträume einander streifen, berühren lässt: Den für die Presse arbeitenden Dieter belohnt das Glück mit der Aussicht, Fotos vom flüchtenden Noch-Schalketrainer Georg Brandner zu schießen, als dieser sich in einer Telefonzelle aufhält, statt beim Spiel seiner Mannschaft zu sein. Jörg, der Verkäufer im Außendienst, hört aus dem Auto den ehemaligen Schlagerstar Chris Kaiser, bleibt kurz stehen, horcht den pathetischen Zeilen und düst weiter. Und so fort. Wenn sie nicht gestorben sind, verkaufen, singen, fotografieren und flüchten sie noch heute. AUTOPILOTEN, ein melancholischer und geistreicher Streifen über das Irgendwie-Irgendwas-Tun.

6/10

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