Freitag, 14. September 2012

Zeit der Fische

Zeit der Fische



Deutschland, 2007
Genre: Drama
Regisseur: Heiko Aufdermauer
Darsteller: Janusz Kocaj, Kim Schnitzer

Der 19-jährige Robert lebt mit seiner Mutter in Halle-Neustadt. In der Stadt herrscht große Arbeitslosigkeit, weshalb es für Robert nur wenige passende Angebote gibt. Der Hobbymusiker, der Punkrock spielt, ist aber auch sonst keiner, der sich an ein normal geregeltes Leben anpassen möchte. Die gleichaltrige Jana lernt er zufällig kennen, als sie von einigen Jungs aus der Nachbarschaft gehänselt wird. Mit ihr freundet er sich an und lernt ihren Bruder Clemens kennen. Dass Bruder und Schwester in einem verlassenen Schulgebäude hausen, von Zuhause abgehauen sind und möglicherweise die Polizei hinter ihnen her ist, verschlägt Robert die Sprache.

Neuanfang, jetzt!

Kommentar: Ein Film der Bindungen und Privatheiten in der Zeit der Besorgnis erregenden Trübseligkeit. Wenn der anpassungsunwillige Robert und seine Mutter Hand in Hand zu russischer Musik tanzen, wenn Jana und Clemens, die Geschwister, ein gemeinsames Bad nehmen, ist es ausdrucksstark da, das Motiv Beziehung im Zusammenhang des eisernen Zusammenhalts. Allerdings drohen diese Stützen für die betroffenen Personen wegzubrechen; sie sollen dem Strom der Zeit zum Opfer fallen. Robert will mit Jana aus der hoffnungslosen Stadt raus, irgendwohin, wo das Wort Zukunft noch ein Leben in sich trägt. Kann Jana aber einfach so ihren verzweifelten Bruder Clemens Stich lassen? Und was ist mit der Mutter von Robert, die ihrem Sohn problemlos die Handgreiflichkeiten in einer stürmischen Auseinandersetzung verzeiht? Robert will neu anfangen, darum geht's. Inmitten all der ästhetisch eingefangenen Plattenbau-Panoramen, schafft der Film einen poetischen Pessimismus, der unverkrampft mit Hoffnung, Leichtsinn und Verlustangst jongliert und sich unter anderem auch deshalb nie als billige aus Elendsfilmen bekannte Assoziationstaktik entpuppt, nach der ein Stereotyp an das nächste gehängt wird.

5/10

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