Freitag, 28. Oktober 2011

Ex Drummer

Ex Drummer


Belgien, 2007
Genre: Drama
Regisseur: Koen Mortier
Darsteller: Dries Van Hegen, Norman Baert

Dries ist ein Schriftsteller, er ist erfolgreich, lebt in einer schönen Wohnung und hat eine attraktive Frau. Eines Tages kommen drei Typen zu ihm, die ihn fragen, inwieweit er Lust hätte in ihrer Band als Schlagzeuger mitzuspielen. Nach kurzer Überlegung gefällt Dries die Idee und er verabredet sich mit der Gruppe zum nächsten Tag. Ihm ist bewusst, dass die Mitglieder der Gruppe in ganz anderen Verhältnissen leben und zum sozialen Bodensatz der Gesellschaft gehören - aber genau hier sieht er den Schlüssel, der ihm den Zugang zu einer anderen Welt verschafft. Verlieren kann er schließlich nicht viel, denn er kann immer aussteigen und vollends in seine heile Welt zurückkehren.

Kommentar: Wie weit Hochnäsigkeit gehen und mit welcher brutalen Kraft man seine Selbstsicheit zeigen kann, stellt "Ex Drummer" auf verblüffende Art und Weise zur Schau und begibt sich nie in Deckung, sondern holt alles raus, was rauszuholen ist. Selbst die skurrilsten und ekelhaftesten Szenen scheinen irgendeine Bedeutung zu haben. An Lärm, Dreck und Gewalt fehlt hier nichts; das gezeigte soziale Elend ist für den Zuschauer so greifbar ungreifbar, wie es für den Hauptcharakter Dries ist, der, je länger das Band-Projekt dauert, immer mehr Spaß daran findet, zwischen seiner, für ihn nachvollziehbaren heilen Welt und dem Milieu der gescheiterten Existenzen hin und her zu springen. Dieser Film ist nicht einfach nur kontrovers, nicht bloß wegen der konsequenten Darstellung von idiotischer Brutalität so reizvoll, sondern weil es ihm an Anspruch nicht mangelt, weder inhaltlich noch formal. Es ist eigentlich kein schnell konsumierbares Produkt, dass gesehen, gehört und erfahren werden will. Der sensationsgeile Zuschauer tut nur so, als ob.

7/10

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