Montag, 25. Juli 2011

Ein Sonntag auf dem Lande

Ein Sonntag auf dem Lande



Frankreich, 1984
Genre: Drama
Regisseur: Bertrand Tavernier
Darsteller: Louis Ducreux, Michel Aumont

Monsieur Ladmiral lebt mit seiner Hausangestellten Mercedes in einem großen Landhaus. Er ist Maler und lädt jeden Sonntag die Familie seines Sohnes Gonzague ein, den Tag bei ihm auf dem Land zu verbringen. So auch dieses Mal. Doch an diesem Wochenende tritt eine weitere Person in die bis dahin harmonische Runde. Es ist Irene, die unverheiratete Tochter von Monsieur Ladmiral, die mit einem teuren Automobil vorfährt und mit ihrem lebendigen Auftreten die Ruhe verschwinden lässt.

Kommentar: Gnadenlos gut fotografierter Film. Die Natürlichkeit gilt als die große Stärke von "Ein Sonntag auf dem Lande", der humanistische Ansatz mit dem dieser Film versucht das Leben eines alten Mannes zu hinterfragen, zeigt sich als das korrekte Mittel, allen Charakteren eine Basis zu bieten, um auf dieser das Familienensemble und ihre komplexen Beziehungen untereinander darzustellen. Was in den ersten Minuten noch schlicht und vielleicht sogar unkonzipiert wirkt, verflechtet sich zu einem schwermütigen Porträt, das ein Begreifen und Einfühlen erfordert. Geschichten aus der Vergangenheit oder auch Gedanken von Personen erfährt man häufig durch eine Off-Stimme, eine Sache, die dem Film einen dokumentarischen Charakter verleiht. So ruhig "Ein Sonntag auf dem Lande" über den Bildschirm läuft, so gewaltig ist auch die Wirkung, die er von sich gibt, ohne inhaltlich allzu viel preiszugeben. Der Zuschauer muss also hier den nicht ganz leichten Rezipientenjob lieben, um diesen Film zu lieben.

8/10

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