Ging Caat Gu Si (1985)


GING CAAT GU SI
(Police Story)
Regisseur: Jackie Chan
Hongkong 1985

Den Ärger von der Seele gefilmt

Kevin Chan steckt ganz schön in der Klemme. Der Polizist überführte zwar einen respektierten Rauschgiftboss, doch diesen muss man aufgrund von Beweismangel wieder laufen lassen. Besagter Drogenchef, der natürlich mächtig sauer ist, lässt zudem einen Polizisten mit der Waffe Chans erschießen, sodass nicht nur die Unterwelt Chan in die Finger kriegen will, sondern auch die Hüter des Gesetzes. Nach seinem krassen Hollywood-Flop THE PROTECTOR ging Jackie Chan wieder nach Hongkong zurück, um seinen Vorstellungen eines bissfesten, trotzdem amüsant ausgerichteten Cop-Thrillers zu frönen. Eine Tapete aus bekannten Storymustern packte er dabei in den Hintergrund, während sich davor waghalsige Stunts und ausgeklügelt-spritzige Choreografien die Klinke in die Hand geben dürfen. Aus einem riesigen Topf voller Ideen und Gags bedient sich Jackie Chan, wenn er sich mit einem Regenschirm an einen Doppeldeckerbus hängt oder mit einem Motorrad durch das gut frequentierte Kaufhaus rauscht. Man empfindet Ehrfurcht, aufgrund des akrobatischen Könnens; Freude, da Jackie sich nach kreativen Desastern wie THE PROTECTOR und ähnlichen US-Versuchen den Frust von der Seele filmt; Vertrauen, weil es eben immer noch Variationen sind und weil Jackie kaum missverständlich in chaplineske Dimensionen vordringt. Erst neun Jahre später, nämlich mit RUMBLE IN THE BRONX, schaffte es Jackie endlich, in den Staaten Fuß zu fassen. Doch keiner dieser Filme enthält auch nur im Ansatz eine solch urkomische Sequenz, in der Chan im Polizeibüro sitzen muss und mit mehreren Telefonhörern hantiert, um allen Anrufern gerecht zu werden.

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