The Wild Bunch (1969)


THE WILD BUNCH 
(The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz)
Regisseur: Sam Peckinpah
USA 1969

Sie kannten nur Gewalt

Als die Outlawbande um Pike Bishop in Mexiko landet, stoßen sie auf den unberechenbaren General Mapache, der ihnen 10000 Dollar verspricht, wenn sie einen amerikanischen Zug überfallen, der mit Munition und Waffen bestückt ist. Gleichzeitig macht Bishops Gefährte Thornton mit eher schlechten als rechten Kopfgeldjägern Jagd auf seinen alten Kumpel. Der italienische Western zeigte ab 1964 schon, wie eine intellektuelle, aber achtungsvolle Zerschlagung des Westerngenres inklusive der von ihm evozierten Mythen aussehen kann. Doch Peckinpah greift noch weiter um sich und verknüpft die Thematisierung sowie die Dekonstruktion des Genres mit einem fast schon poetischen Pessimismus gegenüber der amerikanischen Kultur. Er zeigt mittels kluger Montage auf, was Gewalt hervorbringt und arbeitet mit assoziativen Bildern, für die ihm Theoretiker und Filmemacher Eisenstein auf die Schulter geklopft hätte. Schießereien werden nicht als Mittel zum Zweck gebraucht, schon gar nicht als Pop-Nummern inszeniert, sondern spielen sich als metaphorische Gewaltorgien ab, welche sich in den Gesellschaft zersetzenden Brutalismus verbeißen. Damit reflektiert er überdies die Tage vor dem Ersten Weltkrieg und Amerikas damals hochaktuellen Militäreinsatz in Vietnam gleichermaßen. Fest steht: In einer Welt, in der dieser Film spielt, ist das Leben nicht lebenswert. Konsequent ist es deshalb, den unterschiedlichen Figuren keine größeren Ziele oder Motive anzudichten und deshalb erst recht auch gar keine erfolgreiche Heldenhaftigkeit zuzulassen. In THE WILD BUNCH fallen filmhistorische bzw. -wissenschaftliche Reputation und filmästhetisches Gespür zusammen.

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