Montag, 16. Juni 2014

Stanley: The Search for Dr. Livingston


  • 1992
  • Sculptured Software
  • gespielt auf: NES











Sich durch den Dschungel durchkämpfen, herumhüpfenden Raubkatzen ausweichen und aus dem Nichts auftauchende Speerwerfer mit ihren eigenen Waffen schlagen, sind nur einige der Aktionen, die in diesem Spiel durchgeführt werden müssen. Dabei bezieht sich das NES-Game auf die wahre Geschichte um den britisch-amerikanischen Journalisten Henry Morton Stanley, der 1870 durch Zentralafrika gereist ist. Dort hatte er den Auftrag, den bekannten Afrikaforscher David Livingston zu finden. Im Spiel ist Livingston jedenfalls auf der Suche nach einem geheimen Tempel, der in Kongo liegen soll. In einer Hafenstadt angekommen, bekommt der Protagonist von verschiedenen Personen wichtige Hinweise, um sich nicht verloren vorzukommen. So besteht eine der ersten Aufgaben darin, einen Enterhaken zu finden, der sich in einer Höhle befindet. Durch den Dschungel bewegt man sich mithilfe einer Karte, auf der man Quadrate auswählen muss, die den Helden in die gewünschte Zone transportieren. Den Entdeckergeist des Gamepad-Abenteurers streichelnd, fordert das Konzept vom Spieler, dass dieser ein gesamtes Gebiet nach neuen Gegenständen und Eingängen abgrast, ohne sich von Käfern, Spinnen oder anderen Feinden die Lebenspunkte stehlen zu lassen.

Doch obwohl die Idee Spaß und gute Laune verspricht, ist STANLEY: THE SEARCH FOR DR. LIVINGSTON unteres Mittelmaß, zumindest dann, wenn man bereit ist, noch ein Auge zuzudrücken. Das hängt teilweise auch mit der Hässlichkeit der Figur Stanley zusammen, der in knalligem Orange daherkommt und wahrscheinlich deshalb ein solches Aussehen verpasst bekam, damit er sich sowohl von den übrigen Menschen als auch vom Hintergrund im Urwald abheben konnte. In der Hafenstadt, dem ersten Bereich des Spiels, sind die Unterschiede deshalb sehr augenfällig. Hier ein stämmiger Seemann mit Mütze und roter Hose, dort eine blonde Frau in einem weißen Kleid, die auch noch einen offenen Schirm in der Hand hält. Grafisch ist das selbst für NES-Verhältnisse sicherlich nicht oberste Klasse, aber es kann sich mindestens sehen lassen. Obendrein nervt der Protagonist, weil man mit ihm nicht einfach von höher gelegenen Stellen springen kann, ohne dass dieser sich dabei anscheinend so schwer verletzt, dass man ein ganzes Leben abgezogen bekommt. Dieser Gefahr des Aufpralls entkommt man also nur, wenn man die Drehflügel benutzt, die Stanley herausholen kann, sobald er in der Luft ist. Es stellt zwar ein cooles Feature dar, doch mir wäre es lieber, wenn dieser orangefarbene Typ ordentlich springen könnte.


Normalerweise sind Side-Scroller so aufgebaut, dass bei Berührung des Gegners Energie abgezogen wird oder man sofort ein Leben verliert. In STANLEY: THE SEARCH FOR DR. LIVINGSTON ist das überraschenderweise oftmals nicht der Fall, weil häufig nur die abgefeuerten oder geworfenen Waffen für den Energieabzug verantwortlich sind. Daran muss man sich zunächst gewöhnen, weil man als Kenner von Spielen der älteren Generation natürlich darauf konditioniert wurde, direkte Feindberührungen möglichst zu unterlassen. Speere und Wurfmesser gibt es nur in begrenzter Form, sodass man häufig auf die gute alte Handarbeit zurückgreifen muss, um sich den Weg - wortwörtlich - freizuboxen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gegner nun eine fleischfressende Pflanze, ein Gepard oder eine blaue Riesenspinne ist, mit der Faust lässt sich einfach alles verhauen. Würde das gesamte Spiel nicht so dermaßen darauf aus sein, dem Spieler das Einschnarchen leicht zu machen, hätte man diesem Aspekt sogar etwas abgewinnen können.

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