Freitag, 21. Februar 2014

Nachmittag

Nachmittag



Deutschland, 2007
Genre: Drama
Regisseur: Angela Schanelec
Darsteller: Jirka Zett, Miriam Horwitz

Vater Alex und sein Sohn Konstantin bekommen Besuch in ihrem Haus am See. Irene, Ex-Frau von Alex und Mutter von Konstantin, schaut mit ihrem neuen Geliebten vorbei und Konstantins Freundin Agnes ist ebenfalls gekommen. Doch die Verhältnisse und die differenten Interessen zwischen den verschiedenen Mitgliedern geben es nicht her, dass die Tage in Ruhe und Harmonie verbracht werden können. Stattdessen gibt es Zoff und Meinungsverschiedenheiten.

Die Ruhe vor dem Sturm vor der Ruhe vor dem Sturm

Kommentar: Nur vorsichtig und bloß in wenigen Passagen setzt sich die Kamera in Bewegung, denn Ruhe wird hier als edle Charaktereigenschaft verstanden, weil eine Reglosigkeit die Bewegungen, die aufgenommen werden, spürbarer und authentischer machen kann. Die Regisseurin legt es zwar genau darauf an, geht aber noch einen Schritt weiter, indem sie auch die Bewegungen auf der inhaltlichen Ebene reduziert. Ketten elegischer Bilder ergeben sich daraus, es ist eine sich immer wiederholende Inszenierung der berühmten Ruhe vor dem Sturm. Solch ein relativ spröder Film über die Isolation des Einzelnen in einer Gemeinschaft, die sich zu zerstören beginnt, kreist natürlich immer wieder um die Teilnahmslosigkeit seiner Figuren. Es krankt an der Einstellung, sein Gegenüber nicht nur abzuhandeln, sondern auch tatsächlich innerlich zu berühren, wozu schon ordentliches Zuhören beitragen würde. Stattdessen reden die handelnden Personen oftmals in einer an das Theater angelehnten Sprache aneinander vorbei. So manches Mal fällt die Wortwahl so derart gekünstelt aus, dass man denkt, die betreffende Figur hätte gerade ein Gedicht vorgetragen. "Wenn sie erkannt wird, wird sie schöner", sagt jemand im Film. Diese Person meint damit die Seele, die erst aufblüht, wenn sie ernsthaft wahrgenommen wird. Kann man so stehen lassen.

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