Donnerstag, 13. Februar 2014

Die Männer, die auf des Tigers Schwanz traten

Die Männer, die auf des Tigers Schwanz traten (Tora no O o Fumu Otoko-tachi)



Japan, 1945
Genre: Drama, Komödie
Regisseur: Akira Kurosawa
Darsteller: Denjirō Ōkōchi, Susumu Fujita

Yoshitsune möchte mit sechs Samurai die Grenze nach Kyoto überqueren, da er von seinem Bruder verfolgt wird. Doch an der Grenze stehen Wachen bereit, da die gesuchten Männer dort erwartet werden. Da die Samurai schon als Mönche verkleidet sind, fassen sie den Plan, sich als eine Mönchsgruppe auszugeben, die auf dem Weg zu einem Tempel sei. Yoshitsune übernimmt bei der Maskerade die Rolle des Gepäckträgers.

Es fehlt nicht an Schwung

Kommentar: Zur etwa gleichen Zeit, als auch die Besatzungszeit in Japan im September 1945 ihren Anfang nahm, wurde dieser Film fertiggestellt, welcher auf einem Kabuki-Stück basiert und welchem man seine Theaterherkunft auch ansieht. Zuerst von japanischen Was-man-machen-darf-Spezialisten als viel zu demokratisch diffamiert, konnte das Werk bis 1952 nicht veröffentlicht werden, da die amerikanischen Zensoren lustigerweise befanden, dass der Film Feudalismus verteidige. Die Wahrheit liegt wohl mal wieder irgendwo dazwischen und hätte aufgrund der damaligen Konflikte schwer in das jeweilige Weltbild integriert werden können. In jedem Fall handelt es sich bei DIE MÄNNER, DIE AUF DES TIGERS SCHWANZ TRATEN um einen genialen kleinen Streich, der erst Kurosawas vierter Film war. Das historische Drama, welches im 12. Jahrhundert spielt, handelt von einer gesuchten Männergruppe, die sich im Wald versteckt und eine Grenze passieren will. Um das als heilig erscheinende Land hinter der Grenze betreten zu können, ist es allerdings nötig, die Kontrolleure zu täuschen. Wie Akira Kurosawa mit dieser Bierdeckelgeschichte umgeht, zeugt wahrlich von hoher Finesse im Umgang mit der Filmsprache, sodass aus der Austauschbarkeit der erzählerischen Beschaffung trotzdem noch etwas Originäres erwächst. Neben der positiven Message, dass eine Auflösung sozialer Hierarchien zu einem gemeinschaftlichen Erfolg führen kann, hat mich noch der komödiantische Aspekt beeindruckt, der, obwohl nur durch den Schauspieler Ken'ichi Enomoto personifiziert, entscheidend dazu beiträgt, dass es der Story zu keiner Zeit an Schwung mangelt.

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