Mittwoch, 22. Januar 2014

Solange ein Herz schlägt

Solange ein Herz schlägt (Mildred Pierce)



USA, 1945
Genre: Thriller, Drama
Regisseur: Michael Curtiz
Darsteller: Joan Crawford, Ann Blyth

Mildred Pierce muss ihre Kinder nach einer Scheidung alleine aufziehen. Sie arbeitet zuerst als Kellnerin, öffnet später jedoch ein eigenes Restaurant, was ihr viel Geld einbringt. Doch ihrer Tochter Vera, die sich verwöhnen lassen will, reicht das noch lange nicht. Sie hasst ihre Mutter, weil sie nicht nach einem Leben in Luxus strebt. Zu spät bekommt auch Mildred die Kluft, die zwischen ihr und ihrem erwachsenen Kind herrscht, mit.

Der Hass der Tochter, die Liebe der Mutter

Kommentar: Curtiz' Drama schildert die Kluft zwischen einer nach Unabhängigkeit strebenden Frau und ihrem geldfixierten, nach Verwöhnung kreischenden Kind. Es erzählt seriös über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung und lässt keinen betonten Gefühlskitsch zu, der die Rituale der aufwühlenden Darstellung zulasten der gemäßigten Ausdruckscodes und des Realismus durchkaut. Und dann spielt sogar noch ein Mordfall eine große Rolle, mit dem der Film auch anfängt. Dieser wird in der Folge durch eine Rückblende erklärt, welche jedoch nicht sofort auf den Punkt kommt und den Kontext in wenigen Bildern zusammenfasst, sondern sich extrem viel Zeit lässt, um wiederzugeben, was genau passiert ist, aber vor allen Dingen, um die letzten Jahre des Hauptcharakters Mildred Pierce zu erforschen, der keine Bindung richtig gelingen will. Diese Aufarbeitung des Vergangenen ist eigentlich klassischer Dramastoff und wird auch dementsprechend so gehandhabt, aber anfühlen tut sich das Ganze oftmals wie ein Krimi. Doch nicht nur deshalb, da die Motivation der Rekonstruktion auf dem Tod eines Menschen basiert und es um die klare Sicht auf die Hintergründe geht, sondern auch weil diese Handlung mit zahlreichen Umdrehungen und Wendungen gewürzt ist, die vorgeben, dass das "normale Leben" sie so schreibe. Schön auch, dass von den Einflüssen der amerikanischen Schwarzen Serie weder Erzählung noch Darstellung völlig abstrahieren, auf diese Weise gelingt es unter anderem auch, dass der Zuschauer sich unsicher fühlt, wenn er beginnt, schon früh Urteile zu fällen.

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