Mittwoch, 22. Januar 2014

Nobody's Daughter Haewon

Nobody's Daughter Haewon (Nugu-ui ttal-do anin Haewon)



Südkorea, 2013
Genre: Drama
Regisseur: Sang-soo Hong
Darsteller: Jeong Eun-Chae, Seon-gyun Lee

Haewons Mutter reist nach Kanada und lässt ihre Tochter allein in Südkorea, die eigentlich die Universität besuchen sollte, aber dort nur selten hingeht. Sie führt eine Beziehung mit einem Professor, der jedoch verheiratet ist und ein Kind hat. Gleichzeitig denkt sie aber darüber nach, in die Staaten zu gehen und dort einen wohlhabenden Mann zu heiraten, den sie in einem Buchladen zufällig kennengelernt hat.

Niemand bricht sich den Hals

Kommentar: Ein Film, der geradezu an einem vorbeirauscht, so unwirklich fühlt sich die Spielzeit an. Man wächst auf seltsame Weise mit der Hauptfigur zusammen, einer jungen Frau, die sich noch in einer Findungsphase befindet und die Veranstaltungen an der Universität sausen lässt. Ihre Identität erscheint uns niemals vollständig und ihre Wünsche sind entweder mangelhaft ausgedrückt oder erscheinen unreflektiert, was erklärt, warum wir für ihre Art von Charakter überhaupt so sehr empfänglich sein können. Sie strahlt eine Natürlichkeit aus und ist doch ein Mysterium, hinter dessen Zugangscode wir irgendwie gelangen wollen. NOBODY'S DAUGHTER HAEWON ist aber nicht bereit, viele Erklärungen zu geben und ist in kleine Fragmente aufgeteilt, die sich insofern ähneln, als sie mit kuriosen und überraschenden Dialogpassagen auffallen. Ansonsten geschieht schon deshalb nichts Halsbrecherisches, weil keine wirklichen Wendepunkte auf der Strecke auftauchen. Es wird sich mit bekannten Menschen getroffen und geflirtet, mit der Mutter über die Miss-Korea-Wahl gesprochen oder erstaunt geschaut, weil ein Professor aus den USA ein Taxi mithilfe einer angeblich erfolgreichen Bewusstseinskontrolle herbeiruft. Zwischendurch wird immer wieder gezeigt, wie die Frau einen Tisch in der Universität als Schlafunterlage benutzt und ein Nickerchen hält. Ist das also alles nur ein Traum, was wir sehen? Was vom Film ist Produkt der Fantasie und was ist filmisch eine reale Tatsache?

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