Freitag, 27. Dezember 2013

Panik im Jahre Null

Panik im Jahre Null (Panic in Year Zero!)



USA, 1962
Genre: Thriller, Sci-Fi
Regisseur: Ray Milland
Darsteller: Ray Milland, Jean Hagen

Die Familie Baldwin ist eigentlich auf dem Weg zu einem Ausflug. Plötzlich wird Los Angeles, das sie gerade erst verlassen haben, durch einen nuklearen Angriff zerstört. Die Familie deckt sich auf der Reise mit Waffen und Vorräten ein, um sich dem Chaos, der in den Städten herrscht, zu entziehen und sich irgendwo in den Bergen zu verstecken.

Eng gesteckte Grenzen der üblichen Geschlechterrollen

Kommentar: Der mit bescheidenen Mitteln gedrehte Film wirft seinen Blick nicht auf die Katastrophe selbst, sondern auf die gesellschaftlichen Folgen sowie die Überlegungen darüber, wie mit dieser Krise umzugehen ist. Nach einem nuklearen Angriff herrscht an Amerikas Westküste Panik, und wo vorher noch bestimmte Verhaltensregeln gegolten haben, machen sich Rücksichtslosigkeit und Egoismus breit, sodass respektvoller Umgang mit Fremden keinen Pfifferling mehr Wert ist. Wer Essen und anderen Kram haben möchte, muss draufzahlen, um eine Transaktion abzuschließen. Alternativ lässt sich das Geschäft aber auch durch Androhung von Waffengewalt durchsetzen, mit der sich die Pläne des gierigen Warenverkäufers durchkreuzen lassen. PANIK IM JAHRE NULL folgt einer vierköpfigen Familie, die sich vom Chaos, das die schwere Katastrophe verursacht hat, zurückzieht und dabei auf wenig schöne Mittel und Wege zurückgreift, um den bösen Elementen die Stirn bieten zu können. Das Überleben im Chaos, das große Thema des Films, wird in erster Linie auf den Gebrauch oder die Präsenz von Schusswaffen reduziert. Nur wer solch ein Gerät besitzt und weiß, wie man damit umgeht, ist in einer Welt, die ihren kulturellen Geist aufgegeben hat, überlebensfähig. Da kann das Oberhaupt der Familie so viel über die Unerträglichkeit des Abfeuernmüssens sinnieren wie er möchte, die fragwürdige Ideologie wischt er damit nicht weg. Ebenfalls problematisch sind die auffällig eng gesteckten Grenzen der Geschlechterrollen, die in nur wenigen Szenen wirklich aufgehoben werden. Dadurch entstehen abgetrennte Räume, in denen die Charaktere ihr Verhalten aus den filminternen Informationsdaten über das Mann- und Frausein beziehen und somit an Individualität einbüßen, aber auch eine ebenbürtige Interaktion verhindern.

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