Donnerstag, 26. September 2013

Serenade zu dritt

Serenade zu dritt (Design for Living)



USA. 1933
Genre: Komödie, Drama
Regisseur: Ernst Lubitsch
Sprecher: Gary Cooper, Miriam Hopkins

Drehbuchschreiber Tom Chambers und der sich als Maler versuchende George Curtis sind nicht gerade mit Erfolg überschüttete Künstler und treffen auf einer Zugfahrt auf die sympathische Zeichnerin Gilda, die in der Werbebranche tätig ist. Später stellen sie fest, dass sie beide in Gilda verliebt sind, die sich jedoch nicht für einen von ihnen entscheiden kann. Deshalb erklärt sie, eine Dreiecksbeziehung führen zu wollen und ermuntert die Herren zu einem Gentlemans Agreement, der eine rivalisierende Haltung ausschließen soll und bestimmt, dass Sex aus dem Spiel gelassen wird.

Warum sich mit einem Kerl zufriedengeben, wenn man zwei haben kann

Kommentar: DESIGN FOR LIVING, wie sich der Film im Original nennt, besitzt den bei Bewegtbild-Freunden beliebten urtypischen Lubitsch Touch, der sexuellen Anspielungen und Doppeldeutigkeiten im Rahmen der damaligen Konventionen maßvolle Umschreibungen gab. Ob die ständigen Anzüglichkeiten, die sich hier durch den ganzen Film ziehen, mit der Zensurmaßnahme namens Hays Code möglich gewesen wären? Ab 1934 wurden nämlich Richtlinien bezüglich sittlicher Standards für die Produktionsfirmen verbindlich, sodass sich diese nicht mehr leisten konnten, auffällige obszöne Darstellungen, Blasphemie und detaillierte Beschreibungen von Kriminalität in ihre Filme aufzunehmen. Über den in SERENADE ZU DRITT behandelten Plot um eine Frau, die sich die Freiheit herausnimmt, mit zwei Kerlen eine Dreiecksbeziehung zu führen, wären die Moralwächter sicherlich nicht froh gewesen, zumal die Dialoge sich immer wieder um Sexualität und alternative Beziehungsformen drehen. Gerade letztgenannte Erscheinung ist deshalb interessant, weil sie nicht nur eine Subversion der in jener Zeit vorherrschenden bürgerlichen Werte- und Lebensordnung praktiziert, sondern selbst im Vergleich zum heutigen Komödienprogramm sehr weitsichtig und verdammt verrucht erscheint. Der süffige Geschmack der Dialogwitze und der zauberhafte Situationshumor machen aus dem manchmal nicht ganz rund gewordenen Film, ein schwer zu unterschätzendes Kompott aus erotischem Kampfgeist und beschwingten Emanzipationsversuchen.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen