Montag, 16. September 2013

Katzenmenschen

Katzenmenschen (Cat People)



USA, 1942
Genre: Drama, Horror
Regisseur: Jacques Tourneur
Darsteller: Simone Simon, Kent Smith

Die aus Serbien stammende Irena Dubrovna lernt eines Tages den Ingenieur Oliver Reed kennen, mit dem sie eine Beziehung eingeht, die schließlich zur Heirat führt. Allerdings verweigert sie ihrem Ehemann jegliche sexuelle Annäherungen, da sie davon überzeugt ist, dass sie sich sonst in eine gefährliche Raubkatze verwandeln wird, wie es eine Legende aus ihrem Heimatland erzählt.

Weil Tamtam nicht erforderlich ist

Kommentar: Was vielen Horrorfilm-Machern abgeht, ist der Wagemut oder auch einfach das künstlerische Profil, das Spiel mit Suggestionen konkret und konsequent zu veranstalten, sich also in verbindlicher Weise zu den kompositorischen Unheimlichkeitsbeschreibungen zu bekennen. Stattdessen greifen viele Regisseure auf die deutliche Darstellung zurück, wohl wissend, dass Deutlichkeit in der Abbildung traditionell schon immer etwas war, was die Kassen zum Klingeln bringen ließ. Jacques Tourneur, der sich mit KATZENMENSCHEN als Regisseur profilieren konnte, setzte dennoch auf Andeutungen und spärliche Anmerkungen, rätselhafte Ereignisse und knappe Gruselszenen. Dass viele Zuschauer den Low-Budget-Streifen damals sehen wollten, obwohl er auf Sensationalistisches verzichtete, hat vielleicht auch etwas mit der Veröffentlichungszeit und damit der fortschreitenden Herausbildung der Schwarzen Serie zu tun, deren Filme für ihre teils sehr cleveren Licht- und Schattenmomente berühmt wurden. Denn diesen Hang zur kreativen Präsentation von Schatten und Umrissen, die wir meist an Wänden abgebildet wahrnehmen, gibt es auch diesem Film zu sehen, wobei damit nicht nur rein ästhetische Glanzpunkte gesetzt werden. In diesem Film um eine Frau, die Angst davor hat, sich in eine Raubkatze zu verwandeln, sobald sie sich sexuellen Annäherungen aussetzt, wird von den Schattenabbildungen nämlich nicht selbstzweckhaft aus der Lust an der Optik Gebrauch gemacht, sondern in erster Linie zur Gewinnung von Schrecken, der sich in den Zuschauer langsam hineinfressen soll. Neben dieser formalen Ebene sorgt auch der niemals dick auftragende Spannungsverlauf für eine sehr authentische Wiedergabe der Ereignisse.

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