Donnerstag, 26. September 2013

Ein himmlischer Sünder

Ein himmlischer Sünder (Heaven Can Wait)



USA, 1943
Genre: Komödie, Drama
Regisseur: Ernst Lubitsch
Darsteller: Gene Tierney, Don Ameche

Henry van Cleve soll in seinem Leben gesündigt haben und kommt dafür nach seinem Tod in der Hölle an. Der Teufel verlangt dort von ihm, dass er seine Lebensgeschichte erzählt. Also fasst er für ihn sein Leben zusammen und beginnt bei seiner Kindheit, in welcher er schon als Lausbub Mary kennenlernt, die er später heiraten wird.

Sich in bunter Optik zeigende Gesellschaftssatire

Kommentar: Das in prächtiger Technicolor-Optik vergnüglich strahlende Werk, das zu den letzten Arbeiten von Ernst Lubitsch gehört, macht uns wieder darauf aufmerksam, dass der Komödienexperte keine dicken oder gar verschlungenen Geschichten brauchte, um uns vor der Langeweile zu bewahren. Fühlt man sich in einfachen Erzählungen geborgen, so lassen sich auch in EIN HIMMLISCHER SÜNDER keine Hinweise dafür finden, dass etwas fehle. Stattdessen nimmt man Lubitschs ökonomische Figurenausstattung als einen Sieg gegen andere Drehbuchvarianten wahr, in denen es beispielsweise zum guten Ton gehört, alles vollzukleistern und Figur an Figur zu kleben, um die Konstellation zwischen den Charakteren allein durch die gezeigten Widersprüche und Interessenunterschiede spannend zu machen. Der minimalistischen Handlung stellt sich interessanterweise die Bilderpracht entgegen, die mithilfe des bunten Dekors und all den verschwenderisch ausgestatteten, luxuriösen Räumlichkeiten die Blicke des Betrachters auf sich zieht, der diese Bilder als einen satirischen Schlag gegen den Perfektionswahn der oberen Gesellschaft um die Jahrhundertwende registriert, während ansonsten auch die Moralauffassung oft als Zielscheibe verwendet wird, um sich ein wenig über die Gepflogenheiten früherer Zeiten zu amüsieren. Für den Zuschauer bleibt der Mittelpunkt jedoch stets Henry van Cleve, ein Lebemann, der sich nach seinem Tod schon mit einem Bein in der Hölle befindet, weil er gesündigt haben soll. Doch weil der Teufel sich sicher sein muss, bevor er jemanden an den Ort der ewigen Verdammnis schickt, hört er sich die Lebensgeschichte von Henry an. Da Lubitschs Film es damals wagte, einen Mann für vergleichsweise triviale, aber damals als frivol angesehenen Aktivitäten von der Hölle freizusprechen, ärgerten sich die Kirchenvertreter gewaltig, was dem Erfolg des Hollywoodstreifens allerdings nicht schaden konnte.

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