Samstag, 20. April 2013

Frankenstein

Frankenstein



USA, 1931
Genre: Horror, Drama
Regisseur: James Whale
Darsteller: Colin Clive, Mae Clarke

Der junge Wissenschaftler Dr. Henry Frankenstein experimentiert an einem entlegenen Ort mit Leichenteilen und ist von der Idee überzeugt, aus menschlichen Überresten eine Kreatur bauen zu können. Als ihm das tatsächlich gelingt, erfährt er durch seinen ehemaligen Professor, dass er das Gehirn eines Mörders eingesetzt hat. Nachdem Frankensteins Gehilfe Fritz tot aufgefunden wird und man feststellt, dass die erschaffene Kreatur weggelaufen ist, ist es für eine rechtzeitige Verhinderung größerer Schäden erst einmal jedoch zu spät. Der junge Wissenschaftler bereut sein Experiment und ist deshalb entschlossen, das Monster zu schnappen, um weitere Tragödien abzuwenden.

Urbild zahlreicher moderner Gruselstreifen

Kommentar: Etliche Male persifliert und adaptiert, ist die Geschichte über das zum Leben erschaffene Monster eine feste Marke der Popkultur. Obwohl die Verfilmung von James Whale keinen mehr zum Gruseln bringen dürfte, enthält sie zahlreiche Elemente und Motive, die später für das Horrorfilmgenre stilprägend sein sollten. Der starke Einfluss von FRANKENSTEIN wurzelt jedoch nicht im Umstand, dass er etwas vollständig Unbesprochenes und Unangefasstes behandelte. Denn wenngleich der fantastische Film im Jahr 1931 immer noch in den Kinderschuhen steckte, versammelte FRANKENSTEIN auch seinerzeit keine unbekannten Themen und Gestaltungsstrategien. Viel eher beschränkte Whale sich auf erprobte Rezepturen, welche er miteinander verwob und zu einem Konzentrat bilden ließ. Glück für ihn und Moster-Darsteller Boris Karloff, denn ihr erste gemeinsame Zusammenarbeit avancierte zum Archetyp des Horrorfilms, zum Urbild zahlreicher moderner Gruselstreifen. Die verbreitete Feststellung, Frankensteins Kreatur errege Mitleid und ziehe die Sympathien auf sich, gibt zwar vielen Cineasten die Gelegenheit, den Film aufgrund seiner empathischen Zuneigung zum vermeintlich Bösartigen zu mögen, da er das traditionelle Gut-Böse-Schema zum Wackeln bringt. Allerdings kann das Argument für mich noch lange nicht der ansonsten banal gehaltenen Charakterzeichnung entgegenwirken, worunter vor allen Dingen die Figur des mad scientists fällt, deren Verarbeitung in späteren Werken des Genres ein vollkommen anderes Level erreichte. An den Kinokassen wurde FRANKENSTEIN jedenfalls ein Hit, weshalb die zuständige Studiofirma Universal James Whale weitere Horrorfilme drehen ließ, unter anderem "Der Unsichtbare" und "Frankensteins Braut".

4/10

1 Kommentare:

Manfred Polak hat gesagt…

Allerdings kann das Argument für mich noch lange nicht der ansonsten banal gehaltenen Charakterzeichnung entgegenwirken, worunter vor allen Dingen die Figur des mad scientists fällt, deren Verarbeitung in späteren Werken des Genres ein vollkommen anderes Level erreichte.

Ich finde, dass Du damit Colin Clive etwas unrecht tust. Sein hysterisches "It's alive!" (das man unbedingt im Original sehen/hören muss) ist für mich ein ganz großer Moment, der alle Schwächen wettmacht.

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