Samstag, 16. März 2013

Paranoid Park

Paranoid Park



USA, 2007
Genre: Drama
Regisseur: Gus Van Sant
Darsteller: Gabe Nevins, Taylor Momsen

Der 16-jährige Alex geht mit seinem besten Freund Jared  in den sogenannten Paranoid Park. Obwohl Jared absagt, entschließt sich Alex, dort allein hinzugehen. In dem berüchtigten Skatepark, der bei Jugendlichen beliebt ist, lernt er einen etwas älteren Fremden kennen, der ihn überredet, mit ihm zum Bahnhof zu mitzugehen, um Bier zu holen. Als die beiden auf einen fahrenden Güterzug aufspringen, werden sie von einem Sicherheitsbediensteten beobachtet, der ihnen sofort hinterherrennt. Nachdem der Mann des Sicherheitsdienstes sie einholt und versucht, sie runterzuholen, schlägt Alex ihn mit seinem Skateboard, sodass der Mann auf die Gleise nebenan fällt und von einem entgegenkommenden Zug überfahren wird.

Von der Last, ein Unglück nicht mehr rückgängig machen zu können

Kommentar: Verstörender Trip in die Welt des Erwachsenwerdens, in welche durch die Kamera von Christopher Doyle hineingeschaut wird, an dessen Apparatur alle Unehrlichkeiten der Laiendarsteller abperlen. So haucht der Formgeber von einigen genialen Werken wie 2046 und INVISIBLE WAVES den Szenerien Plastizität ein, gibt der absichtlich zerfahrenen Erzählabfolge einen Anschein von strukturiertem Aufbau. PARANOID PARK, eine nicht alltäglich daherkommende Coming-of-Age-Variation, untersucht das Verhalten eines Teenagers, nachdem dieser sich unabsichtlich - und im Eifer des Gefechts - für den Tod eines Menschen verantwortlich macht. In nicht chronologisch angelegten Rückblenden erfolgt die Schilderung seiner Tatbewältigung vor dem Hintergrund der Lebensphase Adoleszenz. Statt unnötig die Moralkeule zu schleudern, findet Van Sant dann auch passende Szenen und Storypunkte, um die Unerfahrenheit und die Planlosigkeit seines Protagonisten auszuleuchten. Ein furchtbar leises Drama ist entstanden, welches an Reiz zunimmt, wenn es sich nicht bloß konzentriert, was die Hauptfigur tut, sondern welche Reaktionen diese in Interaktionen offenbart und wie sie sich verhält, vor allen Dingen aber, welche Optionen gewählt werden. Stilistisch erreicht PARANOID PARK bisweilen eine kontemplative Musikclip-Atmosphäre, da öfters mit Zeitlupen und DV-Aufnahmen gearbeitet wurde. Selbstredend wurden solche Effekte nicht zum Spaß an sich und zur Freude am Schmuggeln von Überflüssigem gebraucht, vielmehr sind sie motivisch begründet und helfen dem Sichter, die Last der Hauptfigur besser zu begreifen.

6/10

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