Mittwoch, 4. Juli 2012

Snowman's Land

Snowman's Land



Deutschland, 2010
Genre: Thriller, Drama
Regisseur: Tomasz Thomson
Darsteller: Jürgen Rißmann, Thomas Wodlanka

Walter ist ein Auftragskiller, dem bei seinem letzten Job ein schwerwiegender Fehler passiert. Nun bittet ihn sein Auftraggeber als Ausgleich für den nicht erfolgreich ausgeführten Auftrag, das Haus des Gangsterbosses Berger zu bewachen. Auf dem Weg zum Haus, welches im Nirgendwo einer Berglandschaft liegt, trifft er seinen alten Kumpel Micky. Doch sie stellen fest, dass Berger zurzeit nicht anwesend ist und nur seine Freundin Sibylle sich im großen Haus aufhält. Doch auch Sibylle verschwindet nach kurzer Zeit und kehrt erst ein paar Tage später wieder. Da Micky und Sibylle langweilig ist, vertreiben sie die Zeit mit dem Konsum von Drogen, was zur Folge hat, dass Sibylle sich im Rausch versehentlich mit einer Pistole erschießt. Walter ist sich sicher: Wenn Berger den Todesfall seiner Freundin mitbekommt, sind Micky und er erledigt.

Kommentar: Das Szenario vom passiven Auftragskiller, der in seiner Rolle verloren wirkt, ist nicht neu. Jürgen Rißmann spielt den Antihelden Walter fantastisch und fängt die Situation des Charakters, die mehr und mehr zu einer Farce wird, in seiner Mimik eindrucksvoll ein. Die restlichen Figuren befinden sich allerdings an der Grenze zur Überzeichnung, was das komödiantische Potenzial von "Snowman's Land" neben all dem leisen Situationshumor nur unterstreicht. Dieser Arthaus-Thriller zählt jedoch nicht nur auf die Fähigkeiten seines Hauptdarstellers. Einen großen Anteil an der Klasse dieses Paradebeispiels von deutschem Genrekino hat ebenfalls die Kameraarbeit von Ralf M. Mendle. Durch ihn wird die Schneelandschaft zu einer Bedrohung, die Absenz von Zivilisation zu einem Nerventest. Irgendwo zwischen Tarantino und den Coens ist das Gesamte einzuordnen. Doch strebt hier der Orientierungssinn des Films in keinster Weise ein seelenloses Kopieren an, sondern nutzt seine Inspirationsquellen zu seinem eigenen selbstbewussten Auftreten, welches entschieden darauf bedacht ist, die Filmkunst als Spielplatz für vermischte Ideen zu nutzen.

6/10

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