Freitag, 15. Juli 2011

Familienbande, scharf gewürzt

Familienbande, scharf gewürzt


Frankreich, 2007
Genre: Komödie, Drama
Regisseur: Mahamat-Saleh Haroun
Darsteller: Christian Loustau, Phillippe-Herve Gomez

Plötzlich ist für Malik nichts mehr so wie früher: seine Frau Hortense verlässt ihn an ihrem 45. Geburtstag und lässt ihn mit den Söhnen allein. Doch Malik ist zu einer Neuorientierung gar nicht bereit, die Liebe für Hortense wiegt zu schwer, und Erfahrung in der Führung eines Haushaltes besitzt er nicht. Sein Festhängen an der alten Liebe kriegt auch seine Nachbarin mit, die alleinstehend ist und mit abwartender Haltung eine von ihm ausgehende Initiative zum Versuch einer Beziehung herbeisehnt. Sein ältester Sohn Dani lernt eines Nachts in einer Partybar die jünge Frau namens Amina kennen, die er, da sie einen Platz zum Schlafen sucht, zu seinem Vater bringt. Perfekt für Malik, da er doch dringend eine Haushaltshilfe braucht.

Kommentar: Dem afrikanischen Regisseur Mahamat-Saleh Haroun ist mit diesem Film eine aufmunternde Komödie gelungen, deren Zweck es ist, die afrikanische Gesellschaft in Frankreich zu zeigen - mit aller Tragik und Komik. Ihm geht es auch darum, die Kluft zwischen Moderne und Tradition aufzuzeigen, sie deutlich zu machen. Das Spannungsverhältnis zwischen dem integrierten, erfolgreichen Sohn und dem Vater mit dem reaktionären Weltbild bleibt bis zum Schluß ein großes Thema des Films. Im Weiteren besticht der Streifen durch klug durchdachte überraschende Momente, die immer irgendwie auch ein Augenzwinkern des Regisseurs beinhalten und selbstverständlich fokussiert sich die komödiantische Parade vor allem auf Malik's Weltbild. Da nörgelt Malik über seinen ältesten Sohn, weil er kocht und dies doch eigentlich die Arbeit der Frauen sei, während die Männer sich durch die Jagd zu profilieren hätten. Paar Minuten später lässt er sich nicht nehmen, allein im Wohnzimmer mit einem Speer zu tanzen. Herrlich!

5/10

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