Montag, 6. Juni 2011

Das Leben ist ohne Gnade

Das Leben ist ohne Gnade


Italien, 1957
Genre: Drama
Regisseur: Gillo Pontecorvo
Darsteller: Yves Montand, Alida Valli

Squarcio ist Familienvater und nimmt jedes Mal seine zwei Söhne zur Arbeit mit. Er ist Fischer wie so viele Männer an der Küste des Adriatischen Meeres. Was ihn von den meisten anderen unterscheidet, ist die Ausführung der Fischerarbeit. Während der Großteil der an der Küste lebenden Menschen die Fische mühsam mit Netzen fängt, macht Squarcio Gebrauch von Bomben, die ihm helfen in kürzester Zeit viele und vor allem große Fische ins Boot zu holen. Doch Squarcio muss immer auf der Hut sein. Die Gesetzeshüter sind ihm ständig auf den Fersen und möchten ihn auf frischer Tat ertappen. Und dann ist da noch Natale, der Händler und Ankäufer der Fische, der es sich nie nehmen lässt, ständig auf seine Machtposition hinzuweisen und die Ankaufspreise runterzudrücken. Den Fischern und auch Squarcio ist klar, dass nur eine gut organisierte Genossenschaft zur Emanzipation der Lohnabhängigen führen kann.

Kommentar: Auf den ersten Blick mag Protagonist Squarcio, um den alles im gesamten Film kreist, vielleicht wie ein sehr temperamentvoller und unvernünftiger Mensch vorkommen. Auf den zweiten Blick ebenso, aber hinter diesem Menschen steckt auch mehr. Der Sinn für die Familie, für die Kinder, die Frau. Auch für die schwer arbeitenden Fischer setzt er sich ein. Doch die schweren Lebensbedingungen und der unbändige Wille diesen zu entkommen, nötigen ihn zu Taten, die nicht der Vernunft folgen, sondern der Erfahrung. Ähnlich wie in Filmen von De Sica spielen auch hier Kinder eine große Rolle. Die beiden Söhne von Squarcio sind hautnah dabei, wenn ihr Papa Unrechtes tut und im Laufe des Streifens begreifen sie es auch. Dieses Bewusstsein für nicht rechte Taten und für die materielle Notwendigkeit spürt man in jeder Sekunde, in jedem Blick der Kinder, obwohl auf der schauspielerischen Seite nur Yves Montand als Squarcio und Alida Valli als seine Frau wirklich auffallen. Das Ende des Films könnte auch der Anfang eines anderen sein. Der eines viel optimistischeren, der uns Familienväter zeigt, die nicht ausgebeutet werden und Kinder, die das Wort Armut nur aus dem Wörterbuch kennen.

7/10

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