Kurzfilm: A Sea Dog's Tale (1926)


A SEA DOG'S TALE
Regisseur: Del Lord
USA 1926

Der Schürzenjäger mit dem lustigen Schnauzer

Auf der Südseeinsel Salami mangelt es an heiratswürdigem Material, so zumindest die Meinung der hübschen und anspruchsvollen Prinzessin Vanilla, deren Vater Gumbo der Anführer des Stamms ist. Als sie das Foto eines Mannes namens Wilbur Waters in einer Zeitung entdeckt, macht sie ihren Papa darauf aufmerksam, dass dieser weiße Kerl ihr auserwählter Traumpartner sei und dass sie nur ihn heiraten wolle. Gumbo setzt also alle Hebel in Bewegung, um seiner Tochter den Wunsch zu erfüllen. Ironischerweise wird Wilbur bei einer anderen Hochzeit abgefangen - kurz bevor er das Ja-Wort hinausschleudern kann. Zum Ärger seiner Fast-Gattin wird er auf die Insel gebracht und muss sich dort Essgewohnheiten und Ritualen aussetzen, bis er im Meer seine wahre Liebe findet. A SEA DOG'S TALE gehört in die Zeit der nicht gerade ruhmreichen Darstellungen exotischer Kulturen. Weiße bemalten sich, brachten einen großen Plastikring an ihre Nasen an, und aßen Spaghettinudeln mit den Händen, nicht ohne diese vorher am Finger für ein paar billige Lacher umherzuschwingen. In diese Atmosphäre eines soziologischen Exotismus wirft man die Figur des Schauspielers Billy Bevan hinein, den man am ehesten aus ANOTHER DAWN (William Dieterle, 1932) kennen könnte. Nach einigem Fat-Shaming- und Culture-Clash-Klamauk stürzt man den Schürzenjäger mit dem lustigen Schnauzer hinterhältig ins Meer. Hier bäumt sich der Kurzfilm endlich auf, trägt Witze und drolligen Surrealismus auf. Ein Seestern wird zum Polizeistern umfunktioniert, wodurch der Besitzer sich Dirigent des Straßenverkehrs der Fische aufspielen darf. Daneben wird noch eine industriell hergestellte Büchse mit quicklebendigen Sardinen geöffnet und die Zweisamkeit mit einer Nixe angestrebt. Elf Minuten, die man auch hätte sinnloser verbringen können.

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