Samstag, 14. Juni 2014

Fifa 98


  • 1997
  • Electronic Arts
  • gespielt auf: PlayStation








Damals, 1997 und das nachfolgende Jahr, dachten wir uns noch, dass das, was FIFA 98 grafisch bietet, so nah an der Wirklichkeit ist, dass es gar nicht mehr "wirklicher" geht. Es waren naive Gedanken, wie uns ein paar Jahre später selbst die Nachfolgetitel auf der ersten PlayStation zeigen sollten. Aber es gab zu dieser Zeit nichts Ästhetischeres und Anmutigeres, als dieses Polygon-Gebolze aus dem Hause Electronic Arts, das mit FIFA 98 einen wegweisenden Titel für ihre Serie kreierte. Hat man sich jedoch an die Spielmechanismen der aktuellen FIFA-Spiele gewöhnt, kommt einem das 1997 erschienene Spiel reichlich albern vor. So ist es auch zumindest bei mir, der das Gameplay gar nicht derart trashig in Erinnerung hatte. Zunächst musste ich mich an die alte Steuerung gewöhnen, die für heutige Maßstäbe sehr unorthodox rüberkommt, danach an das starre Laufspiel meiner computergesteuerten Mitspieler und schließlich ebenso an die Schlussmänner, welche in die Ecken hechten können, um die unmöglichsten Paraden zu machen, aber hin und wieder Schwierigkeiten haben, einen Kullerball ordentlich aufzunehmen. 

Bekannt ist FIFA 98 nicht nur dafür, dass es das letzte Spiel der Serie ist, in dem es die Möglichkeit gibt, in einer Halle zu spielen, sondern auch für seinen "Road to World Cup"-Modus, der hier auch das Herzstück bildet. In diesem Modus kann man aus 172 Mannschaften, die an der WM-Qualifikation für das Turnier in Frankreich teilgenommen haben, auswählen, und mit seinem Team bis ins Finale der Weltmeisterschaft vordringen. Auf diese Weise kann man sich beispielsweise an der Herausforderung probieren, mit Papua-Neuguinea auf der höchsten Schwierigkeitsstufe Weltmeister zu werden. Die Anzahl der Spiele in der Qualifikation richtet sich dabei selbstverständlich nach dem kontinentalen Verband, dem ein Team angehört, und der ausgewählten Truppe selbst. FIFA 98 war leider über viele Jahre der einzige Titel der EA-Entwickler, der eine solche Spielspaß fördernde WM-Qualifikation anbot. Erst FIFA FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT BRASILIEN 2014 für die PlayStation 3 und die XBOX 360 adressierte wieder die Sehnsucht, sich ein vollständiges Turnier in das eigene Wohnzimmer zu holen und es mit beinahe jeder denkbaren Nation gewinnen zu können.


Bei meinem Versuch, den WM-Pokal nach Vanuatu (ein kleiner Staat im Südpazifik) zu holen, war für mich schon in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft Schluss. Es grenzt aber auch an ein kleines Wunder, dass ich es auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad überhaupt bis zu dieser Veranstaltung schaffte, schließlich lernte ich erst in den letzten Minuten des allerletzten Qualifikationsspiels, wie man die Spieler dazu bringt, ordentlich über den Rasen zu rennen und nicht nur im Eiltempo zu schleichen. Hier offenbart sich jedoch auch ein Knackpunkt des Spiels, der für die Langzeitmotivation nicht gerade förderlich ist. Hat man sich die taktischen Muster eingeprägt, die gute Angriffe oder gute Abwehraktionen bescheren, hat man es nach kürzester Zeit nicht sonderlich schwer, den CPU in die Knie zu zwingen. Schnelles Tastendrücken bei Ballbesitz des Gegners macht es nämlich zu einfach, das runde Leder zu stibitzen. Hinzu kommt noch, dass durch das simple Betätigen der Schultertasten gleich schwere Tricks ausgepackt werden, die selbst von unterdurchschnittlichen Fußballern akkurat, ja sogar formvollendet ausgeführt werden.

1 Kommentare:

Intergalactic Ape-Man hat gesagt…

Ha, da bist du ja sogar vor mir drauf gekommen, über Fußballspiele zu schreiben. Hatte ich ja nun gar nicht mit gerechnet. Zu dieser Zeit war Fußball aber so gar nicht mein Thema. Der einzige Sport war eigentlich motorisiert und so war vor allem das erste Formel 1 Spiel um den Dreh ein ziemlicher Dauerbrenner, mit dem wir voller Hingabe die aktuellen Rennen ergänzt haben und die Strecke nebst Rennen beim Start schon in und auswendig kannten. :D

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