Donnerstag, 11. Juli 2013

Weihnachten im Juli

Weihnachten im Juli (Christmas in July)



USA, 1940
Genre: Komödie
Regisseur: Preston Sturges
Darsteller: Dick Powell, Ellen Drew

Der bescheiden lebende Büroangestellte Jimmy MacDonald gewinnt bei einem Preisausschreiben eine stolze Summe von 25.000 Dollar und holt das Geld beim überraschten Unternehmenschef ab, für dessen Firma er einen Slogan angefertigt hat, der ihm den sagenhaften Gewinn bescherte. Der überreicht ihm den Check und wundert sich schwer, als der Gewinner ihm den Slogan vorspricht, der ihm arg sinnlos erscheint. Während der verärgerte Chef vergeblich versucht, das zuständige Auswahlkomitee zu erreichen, geht Jimmy mit seiner Freundin auf eine große Shoppingtour, ohne zu wissen, dass die Mittelung über den Gewinn nur ein Streich seiner Arbeitskollegen war, und es nur eine Frage der Zeit ist, bis es auch das Unternehmen erfährt.

Like Christmas in July!

Kommentar: Der Film erzählt von einem unbedeutenden Angestellten, der in einem extrem lauten Großraumbüro arbeitet und davon träumt, sich endlich ein Stück vom Kuchen des amerikanischen Traums abzuschneiden. Dafür nimmt er am Wettbewerb einer Firma teil, die 25.000 Dollar für den besten Slogan verschenkt. Obwohl sein eingeschickter Spruch recht sinnfrei ist, von seiner Freundin belächelt und zum Dauerwitz des Films wird, darf er sich die Riesensumme abholen und bekommt vom Chef seiner Firma sogar ein eigenes Büro spendiert und wird prompt zum gefragten Berater für Werbestrategien. Der Zuschauer wartet währenddessen jedoch gespannt auf die Zertrennung von gewonnenen Moneten und dem Naivling, dem Arbeitskollegen nur einen kleinen Streich spielen wollten und deshalb scherzhaft und ohne böse Absichten eine Gewinnbenachrichtigung anfertigten, die jedoch über ihren beabsichtigten Zweck klar hinausschoss. Auf dem Boden der traurigen Tatsachen angekommen, verdichtet sich in seinem Wesen eine Milde, die nicht so sehr Resignation offenbart, sondern eher Verständnis und Akzeptanz, als wäre er auf eine Lektion gestoßen, die ihn zwar schon sein ganzes Leben lang begleitet hat, aber mit der er sich nie auf eine ernsthafte Konfrontation einlassen wollte. Bei vielen anderen Regisseuren wäre so ein Kleiner-Mann-wird-riesengroß-und-dann-wieder-klein-Plot zu einer emotionalen Tragödie mitsamt pathetischem Heckmeck zerlaufen, Sturges macht daraus stattdessen eine überaus raffinierte, mit satirischen Spitzen gestaltete Komödie, die sowohl der Gesellschaft den Spiegel vorhalten kann als auch deren Widersprüche aufzudecken weiß.

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