Mittwoch, 24. Juli 2013

The Outer Limits - Staffel 1

The Outer Limits
Kanada/USA, 1995-2002
Umfang: 7 Staffeln (154 Episoden)
Genre: Sci-Fi


OUTER LIMITS ist eine Sci-Fi-Serie mit einem starken Mystery-Einschlag sowie häufiger Nutzung von Horror- und Fantasyelementen. In der Serie, die in jeder Folge eine abgeschlossene Geschichte behandelt, geht es um übernatürliche oder fantastische Ereignisse und den Umgang der Menschen mit ihnen. Die Episoden spielen in der Zukunft, der Gegenwart und seltener auch in der Vergangenheit.


Manchmal sollte man sich von hohen Anforderungen lossagen können, um die einfach gestrickten Unterhaltungserzeugnisse zu genießen. OUTER LIMITS braucht in der Regel diese Haltung, weil das Niveau zwischen den einzelnen Episoden als ziemlich schwankend zu bezeichnen ist, was aber nicht allein an den unterschiedlichen Drehbüchern, Schauspielern oder Regisseuren liegt, sondern ebenso an den jeweils verschiedenen thematischen Ausrichtungen. Man muss wissen, dass OUTER LIMITS in jeder Folge ein anderes Hauptmotiv benutzt und somit eher ein allgemeines Bedürfnis nach übernatürlichen und die Wahrnehmung erweiternden Inhalten befriedigt, statt sich auf eine kleine Anzahl an Aspekten zu spezialisieren. Künstliche Intelligenz, Apokalypse, Identitätstausch, Gentechnik, Zeitreise sowie die Konfrontation mit extraterrestrischem Leben als Beispiele sind nur ein extrem kleiner Teil der Motivik, dessen Ausprägung man hier stets in kleiner Dosierung in Fiktionsform vorgetragen bekommt. Ganz gewiss hängt die Sicht auf eine Folge deshalb auch stark mit dem Betrachter und seinem Interesse an der jeweils dargelegten Thematik zusammen.

Natürlich wiederholt sich die US-kanadische Serie auch und greift immer mal wieder auf schon angewendete Motive zurück, und wer mit Außerirdischen und deren Aktivitäten nichts zu tun haben möchte, dem kann man schon beinah abraten, in OUTER LIMITS einen Blick zu wagen. Denn trotz genügend Abwechslung kommen Fantasiemalereien über Wesen, deren Ursprung nicht auf unserem Planeten liegt, sehr häufig vor. Oftmals halten sich mystische und grenzüberschreitende Begebenheiten allerdings ohnehin im Hintergrund, während moralische Bedeutungen des menschlichen Handelns eine zentrale Rolle einnehmen und wir in der Regel den Menschen beim Kampf um seinen Platz, seine Identität oder seine Überzeugung betrachten.

Das Format versteht sich als neue Version der 1963 gestarteten Serie mit dem gleichen Namen, welche jedoch nur 49 Episoden in zwei Staffeln vereinen konnte. Dagegen ist die aktualisierte Sendung mit seinen sieben Staffeln ein richtiger Gigant und kredenzt mit den ersten 21 Folgen eine Sammlung von interessanten Grundideen, Kreativität befürwortenden Umsetzungen aber auch vielen mittelmäßig oder gar schwach ausgearbeiteten Geschichten nach reizlosestem Baukastensystem. Überhaupt ist die Kluft zwischen der Prämisse und deren tatsächlicher Realisierung in einem dreiviertelstündigen Format sehr häufig riesengroß, sodass man ab und an enttäuscht vor dem Bildschirm sitzen muss und sich auch deshalb durch manch eine Folge regelrecht durchschleppen muss. Andererseits verlangt OUTER LIMITS kein langes Konzentrationsengagement ab und lässt sich aufgrund dessen leicht zwischen anderen Verpflichtungen weggucken.

Für mich persönlich gewährleisten zwar jene Folgen einen speziellen Unterhaltungswert, in denen irgendwelche Viecher und Monster vorkommen, weil diese zusätzlich zu ihren Darstellungen von Absonderlichkeiten ebenso einen trashigen Ansatz enthalten, doch überzeugen konnten mich auch einige der eher geerdeten Varianten der fantasievollen Betrachtung auf unser endliches Dasein. Eine Folge stellt beispielsweise das private Verhältnis zwischen einem Menschen und einem humanoiden Roboter in den Mittelpunkt. Dabei geht es im Laufe unter anderem darum, wie man eine solche persönliche Beziehung führen soll, ob man ähnliche Gefühle für eine Maschine entwickeln kann, wie man sie normalerweise Menschen gegenüber zeigt, und ob man mit den Gefühlen eines Roboters spielen darf. Doch längst nicht jede Episode verfolgt philosophische oder existenzielle Fragen, stattdessen bleiben eine Menge von ihnen in gelassener Haltung auf einer Trivialitätsschiene, ohne sich mit dem Versuch zu plagen, ihren Floskelcharakter abzustreifen.

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