Mittwoch, 10. Juli 2013

Die Teufelspuppe

Die Teufelspuppe (The Devil-Doll)



USA, 1936
Genre: Thriller, Drama
Regisseur: Tod Browning
Darsteller: Lionel Barrymore, Maureen O'Sullivan

Paul Lavond, ein ehemals erfolgreicher Bankier wurde von seinen Kollegen reingelegt und muss deshalb eine lange Gefängnisstrafe absitzen. Zusammen mit einem Erfinder gelingt ihm jedoch die Flucht. Im Haus des Erfinders, wo sich die beiden Männer vor der Polizei verstecken, gibt es ein Labor, in dem Menschen und Tiere auf Puppengröße geschrumpft werden. Damit wollen der Wissenschaftler und seine Frau, die auffällig begeistert von der Technik des Schrumpfens ist, die Menschen unter ihre Herrschaft bringen. Der entflohene Ex-Bankier ist zuerst skeptisch, doch dann fällt ihm die Idee ein, dass er sich die Schrumpfmethode zunutze machen könnte, um Rache an seinen ehemaligen Kollegen bei der Bank zu nehmen.

Oberflächliche Mangelhaftigkeit

Kommentar: Man könnte dem Werk ohne allzu große Schwierigkeiten viele grobe Logikfehler ankreiden, weil Situationen und geistig-seelische Entfaltungen sich in Teilen doch arg der Schlüssigkeit entziehen und einzelne Plotpunkte etwas Unvollständiges an sich haben, denen man deshalb nicht wirklich seinen Glauben schenken möchte. Andererseits ist ultimative Stringenz natürlich eine überschätzte Eigenschaft, wenn nicht eine überflüssige Forderung, die auf eine Fantasiefeindlichkeit schließen lässt. Mag DIE TEUFELSPUPPE also manches Mal sehr fragmentär sein, so korrespondiert es aufgrund dessen wenigstens besser mit den simplen Figuren und den nicht immer perfekten Spezialeffekten, weil sich aus den Baustücken eine oberflächliche Mangelhaftigkeit formt, die auf den ersten Blick vielleicht erschreckt, doch nach feinerer Betrachtung die Aufmerksamkeit auf die betörenden Seiten dieser Unvollkommenheit legt. Dass der Film zum Teil versucht, den Katalog der Universal-Horrorfilme zu übernehmen, gleichzeitig jedoch einen Part des Konfliktursprungs der Geschichte im Rahmen eines waschechten Dramas zu verhandeln, um über eine tragische Vater-Tochter-Beziehung zu erzählen, ist eine wirklich mutige Angelegenheit, auch wenn dieser in knapp 80 Minuten keine volle Kontur verliehen werden konnte. Der zu einem festen Genreschema ungebundene, vorletzte Film Tod Brownings legt natürlicherweise trotzdem darauf Wert, eine gute Figur zu machen, was insbesondere im Falle der Leistungen von Lionel Barrymoore (IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN?) und Maureen O'Sullivan (DER DÜNNE MANN) zu honorieren ist, die zwar in wenigen Szenen zusammen zu sehen sind, aber deren Performance undiskutierbar über den Qualitäten der anderen Faktoren des Films steht.

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