Sonntag, 12. Mai 2013

Sabotage

Sabotage



GB, 1936
Genre: Thriller
Regisseur: Alfred Hitchcock
Darsteller: Sylvia Sidney, Oskar Homolka

Carl Verloc betreibt mit seiner Frau Sylvia und ihrem jüngerem Bruder ein kleines Kino in London. Nebenbei arbeitet Carl jedoch auch für eine geheime Organisation, welche verschiedene terroristische Angriffe und Sabotageakte in London organisiert. Allerdings weiß er nicht, dass er von einem als Gemüsehändler arbeitenden Mann beschattet wird, der für Scotland Yard arbeitet. 

Hitchcock-Momente, die zum Schwärmen einladen

Kommentar: Anders als der ein Jahr vorher erschienene humorvolle DIE 39 STUFEN, ist SABOTAGE als Agententhriller deutlich ernster angelegt. Auf einem Roman von Joseph Conrad basierend, dreht sich die Geschichte um einen als Saboteur operierenden Mann, der für seine Frau und deren jüngeren Bruder jedoch nur ein stinknormaler Kinobetreiber ist, dementsprechend auch keiner Fliege etwas Böses könnte. Die familiäre Harmonie bekommt jedoch Risse, als ein Mitarbeiter des Scotland Yards sein Näschen etwas tiefer in das Doppelleben des Saboteurs und vermeintlich braven Durchschnittsmannes reinzustecken beginnt. Doch so vielversprechend sich die Konstellation aus einer unwissenden Ehefrau, einem für eine geheime terroristische Zelle arbeitenden Kinobetreiber und dem Gesetzeshüter-Störenfried liest, so mechanisch und blutleer läuft anderseits dann auch die Handlung ab, welche sich mit dem Fortgang der Zeit als unglaublich flau herausstellt. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass Hitchcock selbst diesem Film keine große Bedeutung beimaß und in der Rückschau als unordentlich empfand. Allerdings existieren zwei höchst einprägsame Sequenzen und Augenblicke, über die es sich trotzdem ordentlich zu schwärmen lohnt: Zuerst führt der Meister des Thrillers den Sichter mit einer geringen Anzahl an Bildern und binnen weniger Sekunden in einer an Stummfilmen orientierenden Montage in die Lage der Geschichte ein; wohingegen er im letzten Drittel mehrere Minuten in Anspruch nimmt, um mithilfe eines Jungen und einer Zeitbombe im Gewand eines üblichen Paketes eine archetypische Suspense-Situation zu erschaffen. Mehr Hitchcock-Signatur geht nicht!

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