Sonntag, 24. Februar 2013

Der Teufel in Miss Jonas

Der Teufel in Miss Jonas
 


Schweiz, 1974
Genre: Mystery, Erotik
Regisseur: Erwin C. Dietrich
Darsteller: Marianne Dupont, Christa Free

Die Nymphomanin Miss Jonas wird vor einem erbarmungslosen Gericht hingerichtet und landet nach ihrem Tod in der Hölle, wo man schon auf sie wartet. Bei der Überprüfung der Daten stellt sich jedoch heraus, dass Miss Jonas drei Tage zu früh in der feurigen Unterwelt gelandet ist. Prompt wird sie daraufhin auf die Erde zurückgeschickt. Nach der Kalkulation, dass sie sowieso in paar Tagen in die Hölle umziehen muss, entschließt sich Frau Jonas dazu, den Sex noch eine Stufe intensiver auszuleben und es ordentlich krachen zu lassen.

Die Hölle auf Erden

Kommentar: Unfassbar, wie viele Aufnahmen verlorene Gesichter, in der Geilheit versunkene Personen zeigen, selbst wenn eine Tätigkeit keinen direkten Bezug zur Präsentation von Sexualität besitzt. Sexualisierte Bilder ziehen nach und nach über den Bildschirm vorbei, während die benannte Hauptfigur aus dem Titel einen Fick nach dem anderen erlebt. Vor dem Hintergrund ihrer Einigung mit einem Manager aus der Hölle, der sie fälschlicherweise drei Tage zu früh in das Land des Teufels brachte und deshalb seine Nettigkeit walten ließ, in dem er sie für die Restzeit bis zum korrekten Todesdatum in die Welt der Lebenden zurückbeförderte, ergeben die gezeigten Situationen reichlich Sinn. Die Auswüchse sexueller Prägung decken sich somit C-Movie-untypisch mit der Emotionalität einer Figur, werden also nicht nur zu Zwecken der Fleischbeschau gezeigt. Miss Jonas Wunsch, in ihren für sie letzten geschlagenen Stunden so viel Geschlechtsverkehr wie möglich zu haben, ist mehr als nachvollziehbar, weshalb ihre ständige Geilheit mehr die authentische Form einer Bündelung animalischer Gelüste denn bloßer Schauwert-Mumpitz ist. Ihr innerer Zustand mag im Film verkürzt dargestellt sein, billig ist er aber deshalb trotzdem nicht. Eher im Gegenteil, mehr aufregend und spürbar, was für Softcore-Verhältnisse gar nicht mal so wenig ist. Erwartungsgemäß besser ist aber die Form, die eine ständige Konfusion fördert. Vieles wirkt traumartig, manchmal enervierend geheimnisvoll. Nur die Belustigung über das ständig hämische Grinsen der satanischen Fratze als transparentes Bild schwappt dann irgendwann einmal in bösen Zorn über die Ideenpolitik des Regisseurs Erwin C. Dietrich um.

5/10

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