Freitag, 7. September 2012

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (Mujeres al borde de un ataque de nervios)



Spanien, 1988
Genre: Komödie, Drama
Regisseur: Pedro Almodovar
Darsteller: Carmen Maura, Fernando Guillen

Fernsehschauspielerin und Synchronsprecherin Pepa wird von ihrem Geliebten Ivan verlassen. Dieser bricht mit einer Rede auf dem Anrufbeantworter ihre gemeinsame Beziehung. Pepa versucht ihren Mann zu erreichen, doch ihre Versuche bleiben immer erfolglos. Daraufhin wird sie von Panik und Hysterie überrollt und entschließt sich die gemeinsame Wohnung zur Vermietung auszuschreiben. Als die Wohnungsinteressenten sich bei ihr einfinden und ihre Freundin Candela von einer Beziehungsgeschichte mit Terroristen erzählt, verkompliziert sich Pepas Situation um ein Vielfaches.

Wenn Filmfiguren hyperventilieren

Kommentar: Almodovars ironisch-feinsinnige Beobachtung weiblicher Verrücktheit, die im Zuge einer Entnervung über die Männerwelt ihren Höhepunkt in einem Mordgedanken findet, spült mit einer Lawine bunter und schillernder Bilder die Vernünftigkeit des Plots in das Unvermittelbare, bis alles nur noch eine gewaltige Farce ist. FRAUEN AM RANDE DES NERVENZUSAMMENBRUCHS ist typisches Kino der Skurrilitäten, in dem Protagonisten und Zuschauer in der Hinsicht verschmelzen, dass sie ständig von neuen und vor allem kaum ausdenkbaren Überraschungen erfasst werden. Frauentrubel ist irgendwie in beinah jeder Einstellung, während die männlichen Homo sapiens nur eine Randnotiz bilden oder eine Fußnote oder einen Punkt hinter irgendeinem beliebigen Satz. Die flotte Inszenierung leistet der Drolligkeit der Erzählung gewiss Vorschub, indes die spritzigen Dialoge sowie die hollywoodeske Bildsprache, Bezug nehmend auf die amerikanischen Komödien der 50er und 60er Jahre, das Durcheinander der Emotionen in Gang setzen.

5/10

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