Dienstag, 11. September 2012

Blaue Bohnen für ein Halleluja

Blaue Bohnen für ein Halleluja (Little Rita nel west)



Italien, 1967
Genre: Western, Komödie, Musical
Regisseur: Fernando Baldi
Darsteller: Rita Pavone, Terence Hill

Eine Gruppe von Gesetzlosen überfällt eine Postkutsche und raubt das Gold, das mit dem Wagen transportiert wurde. Doch die freche Pistolenheldin Big Little Jane durchkreuzt die Pläne der Bande und nimmt den Goldschatz an sich, den sie mithilfe eines indianischen Häuptlings entsorgen will, damit die Menschen von den Lastern der Gier befreit werden. Um alles Gold in der Umgebung verschwinden zu lassen, muss sie noch zwei Banditen aufsuchen und ihnen die Münzen aus wertvollem Edelmettal abknöpfen.

Western-Klamotte mit Schunkelfaktor

Kommentar: Diese Western-Persiflage ist eine Aneinanderreihung klamaukiger Nummern, denen vor allem der Sinn für das Ganze fehlt. Die Mischung aus Western, Komödie, Musical und Satire steigert zwar das Interesse am Film, weil sie nicht unoriginell daher kommt, aber die wie zufällig platzierten Elemente in der Handlung zeugen nicht gerade von großen künstlerischen Ambitionen. Wenngleich musikalische Einschübe von poppigem Geträller bis zu gefühlvollen Balladen kein kleines Repertoire von Stimmungen auffahren, bleiben sie allesamt fremdkörperartige Passagen und Zeitfüller zum Unwohle des Publikums, das Seichtheiten ablehnt. Wenn BLAUE BOHNEN FÜR EIN HALLELUJA das Western-Genre veralbert, dann hat es schon seine weitaus bessere Momente. Die unübersehbare Veralberung geschieht in erster Linie durch eine Umwertung der klassischen Hauptfigur: Rita Pavone, spielt die Revolverheldin Big Little Jane, ist der Inbegriff einer furchterregenden Gestalt. Von kleiner, schmaler Körperstatur und mit zarten Gesichtszügen ausgestattet, schickt sie einen goldgierigen Bösewicht nach dem anderen ins Jenseits. Wenn es einmal nicht mit einem handelsüblichen Revolver klappen sollte, nimmt sie sich einfach eine goldene Granate mit Feindentfernung-Einstellungsmechanismus. Warum auch nicht. Neben visuellen Verweisen aufgroße Klassiker des Genres nimmt sich der Film diverse Titel auch in markigen Sprüchen vor. Und ansonsten? Naja, die üblichen Filmklischees. Blitzschnelle Coltzieher, Saloonweiber und Klavierklimperer.

3/10

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